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Diachrone Landschaftsarchäologie im Spätneolithikum und in der Kupferzeit in der Moldau (Moldova), Rumänien

Prof. Dr. Doris Mischka, Dr. Carsten Mischka, Prof. Dr. Gheroghe Lazarovici, Dr. Magda Lazarovici, Prof. Dr. Alexander Rubel, Dr. Constantin Preoteasa

Seit 2014. Förderung 2016 durch die Gerda Henkel Stiftung; Förderung durch BAYHOST – Mobilitätsbeihilfe (Tagung Suceava 2014) und Bayerische Forschungsallianz (Prospektion Frühjahr 2015)

Die Arbeiten erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Archäologie Iaşi, der Universität Alba Iulia, dem Complexul Muzeal Judeţean Neamţ, dem Muzeul Iulian Antonescu in Bacău sowie der Universität Suceava.

Projektübersicht

Von den Karpaten in die Steppe

Schwerpunkt des Projektes ist die Untersuchung des Besiedlungsablaufes in der Zeit zwischen ca. 4800 und 3500 v. Chr. im Gebiet zwischen den Karpaten und dem Pruth. Die jungneolithischen/kupferzeitlichen Kulturen Precucuteni und Cucuteni breiten sich in dieser Zeit aus dem Inneren des Karpartenbogens über das Gebirge und das hügelige Karpatenvorland (Subkarpaten) in die osteuropäische Steppe hinaus. Dort kommt es dann in der in der Ukraine Tripilija genannten Kultur zur Anlage von sog. Riesensiedlungen mit teilweise über tausend Hausbefunden.

Ziel des Projektes ist, im Ursprungs- und Kerngebiet der Cucuteni-Kultur die wirtschaftlichen  und  sozialen Prozesse zu erforschen, die zwar in der Steppe zur Bildung dieser Riesenanlagen führten, sich  aber im topografisch anders strukturierten rumänischen Teil des Verbreitungsgebietes ohne derartige Folgen blieben.

Prospektionen, Befliegungen und Grabungen

Topolița „La nord-vest de sat“. Die Festung Cetatea Neamț wacht über allen Fundplätzen in der Neamț-Senke.

Methodisch basiert das Projekt stark auf großflächigen Gradiometerprospektionen. Dabei sind nicht die einzelnen Fundplätze besonders groß, sondern die Flächen, die innerhalb eines abgeschlossenen geografischen Raumes untersucht werden. Ein Beispiel dafür ist die Prospektion aller Cucuteni- und Precucuteni-Siedlungen in der Neamţ-Senke am Rande der Karpaten.

Phantom 3 Pro in Poduri (Rumänien)

Planmäßige UAV-Befliegungen aller Fundplätze sorgen für hochdetaillierte Geländemodelle und Orthofotos, in denen teilweise weitere Befunde als Gelände- und Bewuchsanomalien ausgemacht werden können.

Petricani: Jeweils 10 Minuten verbleiben zwei Personen zur Fundlese in einem Quadranten.

Während die grobe zeitliche Einordnung der Siedlungen über die Sammelfunde der ursprünglichen rumänischen Fundplatzaufnahme basiert, liefern Rasterbegehungen detailliertere Informationen über die belegungsdauer und -intensität der Fundplätze.

Vorsichtiger Anfang: Anlage einer Sondage im Bereich von Haus 14.

Der exemplarischen Überprüfung der Prospektionsergebnisse und der detaillierteren Erforschung des Cucuteni-zeitlichen Siedlungswesens dient schließlich die seit 2016 laufenden Ausgrabungen in Scânteia (Kr. Iaşi).

Topografische und kulturhistorische Diversität bedingt verschiedene Testgebiete

Das Projektgebiet besteht aus zahlreichen unterschiedlichen Naturräumen: Den bergigen Regionen des Karpatenvorlandes, dem Hochland von Transsilvanien und den Hügeln des moldawischen Plateaus. Teilprojekte in unterschiedlichen Teilen des Untersuchungsareals sollen herausarbeiten, welche archäologischen Prozesse und Befunde rein kulturbedingt, und welche durch die wechselnden Naturräume vorgegeben sind.

Übersicht über die Teilregionen des Moldau-Projektes.

Übersicht über die Teilregionen des Moldau-Projektes.

Schwerpunkt Neamţ-Senke

Seit 2015; bislang 12 Fundplätze.
Gradiometerprospektionen (abgeschlossen 2019), UAV-Modellierungen und Feldbegehungen (seit 2019) aller Fundplätze in einer geografischen Kleinregion.
Der Neamţ entwässert aus den Karpaten in die osteuropäische Ebene und stellt eine Durchgangsroute zwischen den Cucuteni-Gebieten dies- und jenseits der Karpaten dar. Zahlreiche, sehr kleine Fundplätze in einer eng umgrenzten Region erlauben genaue diachrone Untersuchungen ohne teure Ausgrabungen.

Kontrollregion Bistriţa/Siret
Seit 2015; bisher 9 Fundplätze.
Am Übergang von den Subkarpaten in die Ebene kann die topografische und chronologische Entwicklung von kleinen Siedlungen zu komplexen Großsiedlungen erforscht werden, z.B. in Ghelăieşti. Geplant: Ausweitung der Arbeiten an der Bistriţa analog zur Neamţ-Senke.

Schwerpunkt Scânteia
Seit 2015; bislang 3 Fundplätze.
Prospektion und Ausgrabung auf der Cucuteni-A3-Siedlung Scânteia sowie Prospektionen zeitgleicher Siedlungen im Umland.
Mit seinem klar strukturierten Aufbau und der teilweise phänomenalen Befunderhaltung nimmt Scânteia einen Sonderstatus unter den bisher untersuchten Fundplätzen ein. Seit 2016 gräbt die FAU-UFG hier gemeinsam mit rumänischen Kollegen unter Einsatz modernster Methoden ein Haus samt Umfeld aus. Zusammen mit den von rumänischer Seite bereits seit Jahrzehnten laufenden Grabungen liefern dies hoch detaillierte Erkenntnisse über die Feinchronologie und die Einheitlichkeit bzw. Diversität im Hausbau.
Diese können in großen Teilen auf die prospektierten, aber nicht oder nur unzureichend ausgegrabenen Siedlungen in fast allen Vergleichsgebieten projiziert werden. Lediglich Transsilvanien folgt hier als Folge der starken mitteleuropäischen Prägung eigenen Mustern.

Kontrollregion Transsilvanien
Seit 2019; bislang 2 Fundplätze.
“Kultureller Schmelztiegel Südtranssilvanien”. Paralleles Vorkommen von Petreşti- und Cucuteni-Kultur (hier Ariuşd-Gruppe). Mehrphasige Siedlungen beider Kulturen liegen hier an der Wasserscheide zwischen Olt und Mureş. Der Olt durchbricht die Karpaten in Richtung Donauebene (Südosteuropa), der Mureş verbindet Transsilvanien geografisch und kulturell mit Mitteleuropa. Führt ein kulturell diverseres Substrat zu anderen Prozessen als in der ebenfalls in einer Durchgangssituation liegenden Neamţ-Senke?

Kontollregion Prut/Bucovina
Seit 2016; bislang 4 Fundplätze.
Gradiometerprospektion von Siedlungen von >30ha, als Verbindung zu Projekten anderer Institutionen an den Riesensiedlungen der Cucuteni-Tripolye-Kultur in den Ebenen der Ukraine und der Republik Moldau.

Bisherige Aktivitäten:

Frühjahr 2015: Gradiometerprospektion in den Kreisen Iaşi, Bacău, Cluj, Tulcea und Neamţ.
Erste Testkampagne.

Sommer 2016: Beginn der Ausgrabungen in Scânteia; Gradiometerprospektionen in den Kreisen Alba, Bacău, Neamţ, Suceava und Vaslui; Drohnenbefliegungenin den Kreisen Iaşi, Bacău und Neamţ.
Neben der Ausgrabung Geländemodellierungen der Fundplätze aus dem Frühjahr 2015 und Intensivierung der Magnetik im Kreis Neamţ. Erste Testmessung im römischen Kastell von Razboieni-Cetate (Alba).

Frühjahr 2017: Gradiometerprospektion in den Kreisen Alba, Neamţ, Iaşi, und Botoşani.
Großflächige Prospektion von Razboieni-Cetate (Ausgegliedert als eigenes Projekt), Beginn der planmäßigen Aufnahme der Neamţ-Senke, erste Testmessungen am Pruth.

Sommer 2017: Weiterführung der Grabung in Scânteia; Geomagnetische Prospektion in Tibana (Iaşi) und Parhauti (Suceava).

Frühjahr 2018: Gradiometerprospektion in den Kreisen Alba, Neamţ und Botoşani sowie in der Westukraine.
Fertigstellung der Magnetik in Razboieni-Cetate; Weiterführung der Aufnahme der Neamţ-Senke; Erweiterung der Gradiometerprospektionen am Pruth; Erste Testmessungen in Galizien (Westukraine).

Frühjahr 2019: Gradiometerprospektion und Befliegungen in Südost-Transsilvanien; Gradiometerprospektion, Befliegungen und Feldbegehungen in der Neamţ-Senke.

Sommer 2019: Weiterführung der Grabung in Scânteia; Geomagnetische Prospektion römischer und neolithischer Fundplätze an der Donau.

 

Frühjahr 2015:

Bericht über Prospektionskampagne 22. Februar bis 24.März 2015

Rückkehr nach erfolgreicher Rumänien-Kampagne

Der Vorbereitung neuer Ausgrabungs- und Forschungsprojekte in Rumänien diente die mehr als vierwöchige Prospektionskampagne eines Teams des Institutes für Ur- und Frühgeschichte in diesem Februar und März. Dr. Carsten Mischka und die Studenten Imren Tasimova, Merlin Hattermann und Andreas Niessner konnten im Laufe dieser Reise mit dem institutseigenen Gradiometer erfolgreich Begehungen auf neun Fundplätzen in der Moldau, der Dobrudscha sowie in Transsylvanien durchführen. Dies geschah in Kooperation mit Kollegen des Instituts für Archäologie Iași sowie des Historischen und Archäologischen Museums Piatra Neamț, des Iulian Antonescu-Museums in Bacău, des Institutes für Archäologie der Universität „1. Dezember“ in Alba Iulia sowie des Transsilvanischen Nationalmuseums für Geschichte in Cluj.

Schwerpunkt der Untersuchungen waren Fundplätze der kupferzeitlichen Cucuteni-Kultur (ca. 4600-3600 v. Chr.) in der Moldau, dabei insbesondere des Fundplatzes Scânteia (Kr. Iași), an dem eine mehrere Hektar große Siedlung mit vierfachem Grabensystem und mehreren Dutzend Hausbefunden geomagnetisch prospektiert werden konnte. Weitere Begehungen von kleineren, teilweise eng benachbarter Fundplätze in den Kreisen Piatra Neamț und Bacău dienten der Erforschung des Siedlungsmusters der Cucuteni-Kultur.

Selbstverständlich beschränkten sich die Arbeiten aber nicht nur auf eine Zeitepoche, und so folgten Prospektionen der frühkaiserzeitlich bis spätantiken Stadtanlage von (L)ibida bei Slava Rusă (Kr. Tulcea) in der Dobrudscha sowie des römischen Kastells von Resculum/Bologa (Kr. Cluj) sowie der neolithischen Siedlung von Lumea Noua (Kr. Alba Iulia) in Transsylvanien.

Obwohl Witterung und Untergrund die Arbeit teilweise stark erschwerten, konnte das Team auf nahezu allen Fundplätzen wertvolle, neue Ergebnisse über die Ausdehnung und Struktur der Fundplätze gewinnen. Ebenso wichtig war die Möglichkeit, zahlreiche Kollegen vor Ort persönlich kennen zu lernen und die Möglichkeit zukünftiger gemeinsamer Projekte zu besprechen. Die Studierenden schließlich erhielten auf der Reise die Möglichkeit, ihr in den Feldpraktika des Institutes erlerntes Können bei einem Forschungsprojekt im Ausland zur Anwendung zu bringen, eine Möglichkeit, die im Falle der Realisierung der als nächstes geplanten Ausgrabungen und intensivierten Prospektionen in Rumänien noch weitaus mehr Studierenden geboten werden soll. (Carsten Mischka)

 

Sommer 2016:

Grabung Scânteia 2016

Überlagernde Häuser
In Scânteia (Kreis Iaşi) wurde in Zusammenarbeit mit Dr. C.-M. Lazarovici (Institut für Archäologie Iaşi) sowie Prof. Dr. G. Lazarovici mit Haus 14 ein ungewöhnlich gut erhaltener Befund eines verbrannten Hauses aus der Cucuteni-A3-Phase ergraben. Zunächst wurde die Rotlehmpackung komplett freipräpariert, wobei sich herausstellte, dass Haus 14 am östlichen Schnittrand ein weiteres Haus, Nr. 15 überlagert. Aufgrund der mit 60-80cm sehr mächtigen Sedimentauflage war dies anhand der 2015 gemachten Geomagnetik nicht ohne weiteres erkennbar. Die auf Basis des Magnetogramms bisher angenommene Anzahl von 40 Hausbefunden in Scânteia stellt damit wohl nur eine absolute Untergrenze der tatsächlich im Boden befindlichen Bauten dar.

Wände, Fußböden und Pfostenspuren
Nach der Freilegung der Rotlehmpackung wurden in einem Viertel des Hauses 14 zunächst die zur verstürzten Wand gehörenden Bruchstücke abgenommen und in ihrer ursprünglichen Lage entsprechend wieder nebeneinander angeordnet. So ergibt sich ein detailliertes Bild des Wandaufbaus.

Analog wurde nach Einzeleinmessung aller auf ihm befindlicher Fundstücke der Fußboden entnommen und wieder „zusammengepuzzelt“. Die Dokumentation erfolgte dabei sowohl zeichnerisch als auch mitels dreidimensionaler Modellerstellung per SFM. Das Ergebnis zeigt eine von der in der Cucuteni-Zeit in der Moldau eigentlich üblichen Bautechnk abweichende Konstruktion des Bodens.  Diese für Fußböden ungewöhnliche Technik, sowie die unter dem Boden liegenden, nur schwach verziegelten Feuerstellen und Reste großer Gefäße weisen unter Umständen auf darauf hin, dass hier nicht der Fußboden des Erdgeschosses, sondern möglicherweise der Boden eines Zwischengeschosses vorliegt. Hier kann allerdings nur die Ausgrabung auch der übrigen Teile des Hauses Klarheit schaffen.

Unter der Rotlehmpackung wurden schließlich die Überreste mutmaßlicher Pfostenspuren aufgedeckt, die Hinweise auf die tragende Konstruktion des Gebäudes geben können.

Tausende von Funden
Entsprechend dem aus Cucuteni-Siedlungen bekanntem Muster erbrachte auch Haus 14 Funde in einer Menge und Qualität, wie sie auf neolithischen Grabungen in Deutschland kaum vorstellbar sind. Mehrere Tausend häufig mehr als handtellergroße Scherben hartgebrannter, polychrom bemalter Keramik zeugen vom enormen Formenschatz der Cucuteni-Keramik. Allerdings mussten die Scherben aufgrund der anhaftenden Kalkablagerungen zunächst einer intensiven Behandlung mit Zitronensäure unterzogen werden, um die Bemalung wieder erkennbar zu machen. Teilweise waren vier bis fünf Leute allein für dieses Prozedere im Innendienst gebunden.

Außer der Gefäßkeramik wurden noch einige anthropomorphe Figurinen von bis zu 25cm Größe sowie auch ein zoomorphes Idol gefunden. Zahlreiche Mahl- und Schleifsteine aus Felsgestein sowie einige wenige Silex- und Kupferartefakte vervollständigen das Fundensemble.

Die Funde selbst wurden teilweise direkt nach der Reinigung statistisch erfasst. Besondere Funde – Gefäße, Statuetten aber auch besonders aussagekräftige Bauelemente aus Rotlehm wurden dann noch in Scânteia von N. Bößl gezeichnet und mittels SFM in 3D-Modelle überführt.

Geomagnetik 2016

Parallel zu den Grabungsarbeiten wurden an sieben verschiedenen Fundorten Prospektionen mit dem Gradiometer durchgeführt. Mehrere archäologische Epochen konnten abgedeckt werden.

In Războieni-Cetate (Kreis Alba) wurden Testflächen im Bereich der Zivilsiedlung (vicus) des dortigen römischen Kastells begangen. Der Fundplatz in Siebenbürgen, dessen Untersuchung gemeinsam mit der Universität Alba Iulia erfolgte, passt sich somit in die lange Reihe der Forschungen unseres Institutes Welterbe Limes ein. Obwohl es sich hier eher um eine „Machbarkeitsstudie“ handelte und der Stand der Ernte nur kleine Prospektionsflächen zuließ, zeigen die Funde von Kellern und Gruben sowie eines mehrräumigen Steinbaus das Potential des Fundplatzes auf. Wenn irgend möglich, soll die Vervollständigung des Magnetogramms erfolgen, bei über 45 Hektar Fläche eine Aufgabe für zahlreiche Geländepraktika in den nächsten Jahren!

In eine ähnliche Zeitstellung fällt der Fundplatz Pâncești (Keis Bacău). Zusammen mit Kollegen des Institut für Archäologie Iaşi sowie in Kooperation mit dem  Muzeul Iulian Antonescu in Bacău, mit dem wir schon 2015 im Rahmen der Prospektion Cucuteni-zeitlicher Fundorte zusammenarbeiten, wurde hier die Außensiedlung  der bedeutenden geto-dakischen Höhenbefestigung Răcătău prospektiert. Diese liegt auf einer Lößterrasse unmittelbar oberhalb des Lacul Berești, eines Stausees am Siret und ist in den nicht mit Wald bestandenen Arealen nahezu vollständig ausgegraben. Die Außensiedlung ist hingegen bislang weitgehend unerforscht. Während der Prospektionsarbeiten konnte der Kollege Dr. S. Honcu zahlreiche Keramikfunde machen, darunter unter anderem auch Reste importierter Amphoren aus dem Schwarzmeergebiet.

Leider waren auch hier die begehbaren Flächen sehr klein. Grubenbefunde und ein mutmaßlicher Pfostenbau  zeigen aber, dass wir auch hierhin wohl noch einmal zurückkommen müssen, um erstmals vielleicht das Bild einer kompletten dakischen Siedlung zu bekommen.

In die Spätantike fällt die Nekropole der Santana-de-Mureş-Kultur von Strunga (Kreis Iaşi). Hier wurden bei der Anlage eines Weinberges Gräber aufgedeckt, und schon beim Weg zur Fläche stößt man auf teilweise freierodierte Schädelkalotten im Feldweg. Die flachen, kleinen Körpergräber dieser Epoche stellen aber für die Geomagnetik kaum geeignete Ziele dar, so dass es nicht überraschend ist, dass das Magnetogramm keine archäologisch zu deutenden Anomalien enthält.

Der jüngste untersuchte Fundort ist Sasova (Kreis Vaslui). Auf eine Anfrage des orthodoxen Priesters von Scânteia hin wurde hier der vermutete Standort einer katholischen Kirche aus dem Hochmittelalter überprüft. Dieser Bau steht im Zusammenhang mit der damaligen Ausweitung des Siedlungsgebietes der in Siebenbürgen angesiedelten deutschen Bevölkerungsgruppe in die Gebiete jenseits der Karpaten. Die örtlichen Bauern berichteten von großen Steinplatten, die sie gefunden hätten, so dass der Verdacht nahe lag, die um die Kirche herum angelegten Gräber würden angepflügt. Im Magnetogramm konnten schließlich die Fundamentreste eines ca. 13x6m großer Baus mit Apsis im Osten nachgewiesen werden, so dass die ehemalige katholische Kirche von Sasova nun mit großer Wahrscheinlichkeit als lokalisiert gelten kann.

Der Schwerpunkt der Geomagnetik lag selbstverständlich jedoch auf Siedlungen der Cucuteni-Periode.

Der Fundplatz Văleni – Cetăţuia (Kreis Neamt; Funde aus der Precucuteni-Phase sowie aus Cucuteni A und B)  liegt im Stadgebiet von Piatra-Neamţ und ist zum Teil durch – heute noch im Gelände sichtbare – Stellungen aus dem 2. Weltkrieg überprägt. Zwischen diesen konnten auf kaum einem Hektar Begehungsfläche aber trotzdem noch die Spuren von mindestens 13 verbrannten Häusern und zahlreichen großen Grubenbefunden festgestellt werden. Untypisch für Cucuteni-Fundplätze ist das fehlende Grabensystem, was allerdings auf die Sonderlage von Valeni auf einer ehemaligen Insel in der Bistritz zurückzuführen sein könnte.

Der zweite Fundplatz der 2016 im Zuge der Kooperatiosvereinbarung unseres Institutes mit dem Complexul Muzeal Judeţean Neamţ untersucht wurde, ist Ghelăieşti – Dealul Nedeea (Cucuteni A-B und B). Untypisch für die ansonsten relativ kleinen Fundplätze in den Subkarpaten handelt es sich hier um eine fast 7 Hektar große Siedlung. Das durch Ausgrabungen nahezu vollständig untersuchte allerdings weitgehend unpublizierte Zentrum des Fundplatzes ragt auf einer Halbinsel in einen Stausee hinein. Wesentlich interessanter ist jedoch der Teil des Siedlung, der sich in die benachbarte Hochfläche hinein ausdehnt: Mindestens zwei konzentrische Grabensysteme fassen eine Siedlung ein, in der die Häuser in Reihen nebeneinander stehen. Diese Reihen greifen in radialen Strahlen vom Zentrum auf der Halbinsel in die Ebene aus. Diese Anordnung entspricht den (allerdings deutlich größeren) Siedlungen der Tripolje-Kultur in der Republik Moldau und der Ukraine, ist aber auch mit etwas früheren Fundplätzen in Siebenbürgen zu vergleichen. Ghelăieşti könnte somit ein Bindeglied zwischen diesen beiden durch die Karpaten getrennten Regionen darstellen.

Den Abschluss der Prospekionsarbeiten stellt die Begehung des Fundplatzes Părhăuţi-Muncel (Kreis Suceava) in der Bucovina dar. Die Funde streuen hier auf einem Höhenrücken über mehr als 10 Hektar Fläche. Nähere Untersuchungen fanden bislang allerdings noch nicht statt. Die Studenten B. Praschl und F. Gapp prospektierten zusammen mit Dr. S. Ignatescu von der Universität Suceava einige Suchstreifen auf dem Hügel, um Informationen über die Ausdehnung der Siedlung sowie die Befunderhaltung zu erhalten. Dabei gelang es ihnen, nicht nur mindestens 41 teilweise sich überlagernde Hausbefunde, sondern auch ein Grabensystem zu lokalisieren, dass den Sporn des Hügels von der angrenzenden Hochfläche abtrennt.

UAV-Befliegungen 2016

Die Rumänien-Kampagne 2016 war die erste, während der das UAV („Drohne“) des Institutes intensiv zum Einsatz kam. Neben der teilweise täglichen Erstellung von Orthophotos und zentimetergenauen 3D-Modellen der Grabungsfläche lag die Hauptaufgabe in der Erstellung großflächiger digitaler Höhenmodelle (DGM) sowie Orthophotos ganzer Fundplätze. Diese Technik wurde in Scânteia, Ghelăieşti, Văleni, Izvoare, Raucesti, Poduri und Părhăuţi angewandt, wobei die Modelle dabei bei Auflösungen von 5-6cm (DGM) bzw. 1-2cm (Photo) teilweise über 10 Hektar groß sind.

Da bereits im Vorfeld der Grabung Erfahrungswerte zur möglichst effektiven Befliegung gesammelt und Studierende in der Bedienung des UAV ausgebildet wurden, konnten diese Aufgaben im Wechsel von den verschiedenen Personen sehr effektiv durchgeführt werden. Beispielsweise konnten die Modelle von Izvoare und Văleni in jeweils 40 Minuten erstellt werden, während die komplette Erfassung der Grabungsschnittes in Scânteia kaum 15 Minuten erforderte. Das Datenprocessing mit Hilfe von der Agisoft-Photoscan-Software zur 3D-Modellierung sowie der Integration im QGIS-System ist dabei normalerweise in ca. einer Stunde abgeschlossen.

Damit ist klar geworden, dass der Einsatz von Drohnen in der Feldarchäologie nicht mehr auf Spezialisten beschränkt sein muss und immer schneller zu einem völlig normalen Werkzeug der Archäologie wird. Es ist daher geplant, die halbjährlichen Prospektions- und Vermessungsübungen um diesen Ausbildungsgang zu erweitern.

In Rumänien dürfen Denkmäler inklusive ihrer Schutzzone von 500 m Radius nicht einfach aus der Luft fotografiert werden. Seit Sommer 2016 ist unser UAV das erste dieser Art, was für archäologische und für wissenschaftliche Zwecke registriert ist und damit haben wir die erste Drohne mit der legal Aufnahmen von Denkmälern aus der Luft gemacht werden dürfen!

Die  kostenpflichtige Genehmigung erteilt das Ministerul Transporturilor Civil Aviation in Bukarest. In die Drohne wird ein Chip mit Erkennungsnummer geklebt. Außerdem erhält sie ein „Luftfahrtkennzeichen“, das durch einen Aufkleber von außen gut lesbar ist. Offizieler Betreiber ist unser Kooperationspartner, das internationale Cucuteni-Museum (www.muzeu-neamt.ro), da Ausländer die Genehmigung nicht erhalten.

Fazit

Der in Scânteia angeschnittene Hausbefund mit seiner sehr guten Erhaltung birgt noch großes Potential für weitere Studien zur Bautechnik und Raumaufteilung Cucuteni-zeitlicher Häuser. Ebenso konnten aber auch wichtige Erfahrungswerte zur Ausgrabung solcher Befunde, insbesondere zur Kombination der jahrzehntelangen Erfahrung der rumänischen Kollegen mit dem Einsatz modernster Dokumentationsmethoden gewonnen werden.

Für die geplante Fortführung der Arbeiten sowie einer möglichen Verlagerung/Ausweitung der Erforschung Scânteias auf Testschnitte in möglichst vielen weiteren Hausbefunden stellen dies Erfahrungen von unschätzbarem Wert dar.

Die teilweise überraschenden Ergebnisse der Geomagnetik zeigen die Vielfalt des Siedlungswesens zur Cucuteni-Zeit, aber auch die Notwendigkeit, möglichst viele Siedlungen einer Region zu untersuchen, um eben diese Vielfalt erfassen, begreifen und vielleicht eine Ordnung in ihr herausarbeiten zu können. Aber auch die nicht-neolithischen Fundplätze zeigen wieder einmal den wissenschaftlichen Wert der gephysikalischen Methoden und ermöglichen die Fortsetzung der Ausbildung unserer Studenten hin zur eigenständigen Durchführung solcher Maßnahmen.

Danksagung
Das Projekt konnte nur erfolgreich durchgeführt werden mit Hilfe unseres Ausgrabungsteams:
J. Beck, D. und N. Bößl, C. Drummer B.A., F. Gapp, M. Gildehaus, S. Glörfeld, M. Kuschel, N. Langer, B. Praschl, J. Rütten, G. Schafferer M.A., M. Scheller und F. Wanka.

Außerdem danken wir unseren rumänischen Kollegen vor Ort für ihre Hilfe und Unterstützung in praktischen wie auch administrativen Dingen: Dr. M. Lazarovici und Prof. Dr. G. Lazarovici, sowie Dr. A. Bersovean, Dr. S. Honcu, A. Huşleag, Dr. S. Ignătescu, Dr. D. Munteanu, Dr. C. Preoteasa, Prof. Dr. A. Rubel, Dr. A. Theodor, L. Teodor, Dr. S. Ţurcanu und Dr. R. Vaga.

Frühjahr 2017:

Prospektionsteam nach erfolgreicher Kampagne zurück aus Rumänien

von Carsten Mischka

Nach vier Wochen Feldarbeit im März ist das Team der diesjährigen Rumänien-Frühjahrskampagne wieder nach Erlangen zurückgekehrt. Während dieses Praktikums führten die Studenten F. Gapp, B. Praschl, M. Schaffer B.A. und F. Wanka unter der Leitung von Dr. C. Mischka geomagnetische Prospektionen sowie Drohnenbefliegungen zur Geländemodellerstellung an insgesamt 12 Fundplätzen durch.

 

Römisches Lager und neolithische Häuser in Transsilvanien

Das Erste Ziel war Războieni-Cetate im Kreis Alba (Transsilvanien), dem ehemaligen Standort der dort inschriftlich belegten Ala I batavorum. Nahezu der gesamte römische Fundplatz ist heute noch unüberbaut und so konnte fast das gesamte Kastell sowie ein Großteil der zugehörigen Zivilsiedlung (vicus) untersucht werden. Näheres hierzu auf der Projekseite Războieni-Cetate

Ebenfalls im Kreis Alba wurde die bereits 2015 begonnene Prospektion des neolithischen Fundplatzes „Lumea Noua“ im Stadgebiet von Alba Iulia fortgesetzt. Dabei konnten erstmals an diesem Platz Spuren verbrannter Hausgrundrisse sowie eines den Fundplatz begrenzenden Grabensystems festgestellt werden.

Cucuteni und Precucuteni in der Moldau

Nach der Überquerung der Karpaten wurden die seit 2015 laufenden Arbeiten zur Precucuteni- und Cucuteni-Kultur in der Moldau fortgesetzt. Ziel der Aktivitäten ist die Untersuchung des Siedlungswesens dieser Zeit in einem Transsekt von den Subkarpaten bis hin in die moldawische Ebene.

Erster Teil dieses Vorhabens ist die möglichst vollständige diachrone Aufnahme der neolithischen und kupferzeitlichen Fundplätze in der Neamț-Senke im nördlichen Kreis Neamț. Dafür wurden dort dieses Frühjahr die vier Precucuteni-Fundplätze Tolici, Săcălușești, Topolița „La Ilioi“ und Topolița „Nordwest“prospektiert. Die Ergebnisse zeigen die für diese Region typischen, nur selten über ein bis zwei Hektar großen, teilweise von Grabenwerken eingefassten Siedlungen. Die Anzahl der Hausbefunde reicht dabei von einigen wenigen bis zu über 30 Stück. Zusätzlich wurde noch der forschungsgeschichtlich wichtige Fundplatz Traian „Dealul Viei“ in der Nähe von Piatra Neamț selbst begangen.

Den zweiten Teil der Arbeiten am Transsekt Karpaten-Moldau bildete die Intensivierung der ebenfalls seit 2015 laufenden Arbeiten im Kreis Iași. Dort konnte die im letzten Jahr durch unsere rumänischen Kooperationspartner neu entdeckte Siedlung Dobrovăț begangen werden. Zwar liegt der Platz zum größten Teil in einem Wald, allerdings konnten trotzdem noch einige linear angeordnete Häuser am Waldrand nachgewiesen werden. Dobrovăț fällt in die Cucuteni A3-Periode und ist damit zeitglich zum nur wenige Kilometer entfernten Fundplatz Scânteia, dessen Ausgrabung durch unser Institut in diesem Sommer weitergeführt werden soll.

Neu hinzugekommen ist die Kooperation mit dem Museum im Kreis Botoșani. Am Ufer des Grenzflusses Prut wurden die beiden Fundplätze Mitoc „Valealui Stan“ und „Pârâul lui Istrate“ untersucht. Dabei ist letzterer von besonderem Interesse, da er chronologisch unmittelbar am Übergang von der Precucuteni- zur Cucuteni-Kultur liegt. Auf ca. fünf Hektar Siedlungsfläche konnten hier über 80 Hausgrundrisse sowie ein Grabenwerk festgestellt werden.

Mittelalterlicher Exkurs – Die Festungen von Ştefan cel Mare

Neben den Arbeiten zum Neolithikum wurden die Aufgaben des Teams in der Moldau noch durch die Prospektion der Festung in Gâdinți aus dem späten 15. Jhd. ergänzt. Nahe der Stadt Roman befand sich dort ehemals die größte Festung des moldawischen Fürsten Ştefan cel Mare. Ebenfalls in diese Zeit fällt die mittlerweile restaurierte Festung „Cetatea Neamț“ in Târgu Neamț. Dort führten B. Praschl und F. Wanka Befliegungen mit dem UAV durch, um per Structure-from-Motion ein dreidimensionales Modell dieser beeindruckenden Anlage zu erstellen.

Virtueller Rundflug um das aus den UAV-Bildern erzeugte 3D-Modell der Festung Neamţ.

Virtueller Rundflug um das aus den UAV-Bildern erzeugte 3D-Modell der Festung Neamţ.

 

Weitere Schritte

Die Reise war somit nicht nur wissenschaftlich ein voller Erfolg. Durch die Arbeit vor Ort und den Kontakt mit den rumänischen Kollegen boten sich den Teilnehmern zudem eine intensive Ausbildung an den technischen Geräten des UFG-Institutes, sowie ein tiefer Einblick in die osteuropäische Archäologie. Weitere Maßnahmen sind bereits geplant, um die Zusammenarbeit mit den rumänischen Kollegen weiter zu intensivieren und noch mehr Studenten die Gelegenheit zu bieten, an den Auslandsprojekten des Institutes teilzunehmen. So steht für den Sommer die nächste Ausgrabungskampagne in Scânteia an, und auch die geomagnetischen Prospektionen werden parallel dazu weitergeführt werden.

Kooperationspartner

Die Kooperationspartner vor Ort waren das Archäologische Institut der Rumänischen Akadamie der Wissenschaften, Außenstelle Iasi (Prof. A. Rubel, Dr. M. Lazarovici, Dr. A. Bersovean), Dr. Rada Varga (Babes-Bolyai Universität Cluj), das archäologische Institut der Universität „1. Dezember“ in Alba Iulia (Prof. M. Gligor), der Complexul Muzeal Județean Neamț mit dem Cucuteni-Museum (Dr. C. Preoteasa) und dem Museum für Geschichte und Ethnographie Târgu Neamț (Dr. V. Diaconu) und das Muzeul Județean Botoşani (Dr. A. Kovacs).

 

Sommer 2017:

Ausgrabungskampagne in Scanteia 2017

von Carsten Mischka

Zum zweiten Mal nach 2016 startete auch dieses Jahr eine Ausgrabungskampagne in Scânteia (Kr. Iasi, Rumänien). Die Maßnahme, an der 15 Studierende, Angestellte und Dozenten der FAU, verstärkt durch zwei Studentinnen der Universitäten Münster und Wien teilnehmen,  steht unter der Leitung von Prof. Dr. D. Mischka in Kooperation mit Prof. Dr. M. Lazarovici. Scanteia liegt im äußersten Osten Rumäniens, nur 30 Kilometer von der Außengrenze der EU entfernt und schon 2015 prospektierte hier ein Team der UFG die dortige Siedlung der Cucuteni-A3-Periode (ca. 4200 v. Chr.), im Sommer 2016 startete die Ausgrabung in Kooperation mit dem Archäologischen Institut der rumänischen Akademie, Außenstelle Iasi. Diese konzentrierte sich auf einen verbrannten Hausbefund, der im letzten Jahr allerdings nicht vollständig ausgraben werden konnte.

Fortführung der Arbeiten am Hausbefund

Zu Beginn der aktuellen Kampagne wurde zunächst der teilweise verfüllte Schnitt wieder freigelegt und der Arbeitsstand des letzten Jahres wieder hergestellt. Anschließend nahm Prof. Dr. G. Lazarovici den Abbau der Rotlehmpackung wieder auf, wobei auch Erlanger Studenten in diese in Mitteleuropa relativ unbekannte Technik eingewiesen werden. Dabei werden die Fragmente des verbrannten Hauses wieder „zusammengepuzzelt“ und per SFM in dreidimensionale Modelle überführt. Mittlerweile ist ein Großteil des Hauses abgetragen und die Hinweise auf eine mehrstöckige Konstruktion, beispielsweise Öfen und große Vorratsgefäße unter einer Bodenkonstruktion mehren sich.

Ein Rinderschädel und Tausende von Scherben

Im Osten des Hauses wurde der Schnitt erweitert, um zu klären, ob es sich bei den im letzten Jahr dort am Schnittrand aufgefundenen Befund tatsächlich um ein weiteres, stratigraphisch überlagertes Haus handelt. Dabei kam aber zunächst kein Hausbefund zutage, sondern eine über ca. 60m² ausgedehnte Packung hauptsächlich aus Keramikscherben und Mahlsteinresten. Die Schicht ist teilweise 30cm mächtig, zudem deuten sich beim derzeitigen Arbeitsstand mindestens zwei tiefe Gruben unter ihr an. Neben mehreren Tausend größtenteils bemalten Keramikscherben fanden sich in dieser momentan als Abfallzone zu deutenden Schicht auch zahlreiche anthropomorphe und zoomorphe Statuetten sowie ein vollständiger Rinderschädel mit Hörnern. Erst gestern wurden dann auch Hinweise auf Keramikbrennöfen gefunden – mehrere große Fragmente von Lochtennen, die zu mindestens zwei Öfen gehören, wurden aus der Scherbenschicht geborgen.

hier geht es zum TV-Beitrag, Bereich ca. 33:40 bis 35:40 Minute

Geomagnetik einer Dakerfestung

Parallel zur Grabung prospektierte I. Tasimova B.A. gemeinsam mit dem rumänischen Kollegen Dr. A. Bersovean (Arch. Institut, Akademie Iasi) die dakische (eisenzeitliche) Höhensiedlung von Tibana (Kr. Iasi), von der auch Cucuteni-Keramik bekannt ist, mit dem Gradiometer. Obwohl die zentralen Bereiche des Fundplatzes noch mit Mais bestanden waren, konnte mindestens zwei mutmaßliche Cucuteni-Hausbefunde sowie eine kreisförmige Struktur festgestellt werden, die entweder als Grabhügel, aufgrund des Kontextes jedoch wahrscheinlicher als dakische Kultanlage zu deuten sind. Ausgrabungen unter der Leitung von A. Bersovean sind noch für diesen September geplant und werden in diesem Punkt für Klarheit sorgen.

Frühjahr 2018:

Alle reden vom Wetter – WIR NICHT! Neuigkeiten aus Rumänien

19.02.2018: Seit mittlerweile zwei Wochen läuft die diesjährige Frühjahrskampagne zur Prospektion in Rumänien. Vier Studierende der archäologischen Wissenschaften, vom Erstsemester bis zur Masterstudentin, führen im Laufe dieser Expedition unter Anleitung von Dr. C. Mischka geomagnetische Prospektionen an römischen und neolithischen Fundstellen in Rumänien durch.

Während der ersten Woche der Maßnahme wurde zunächst die 2016 begonnene Untersuchung des römischen Fundplatzes in Razboieni-Cetate, nahe Alba Iulia (Transsilvanien) zu einem vorläufigen Abschluss gebracht. Die Überquerung der verschneiten Karpaten bot dann nicht nur pittoreske Ausblicke auf eine grandiose Landschaft, sondern auch einen Ausblick auf das Motto der nächsten Wochen der Maßnahme: Eis und Schnee!

Vom Quartier in Piatra-Neamţ aus arbeitete das Erlanger Team zusammen mit den Kollegen Dr. C. Preoteasa und Dr. V. Diaconu vom Complexul Muzeal Judeţean Neamţ an der Erforschung von insgesamt fünf Fundstellen der neolithischen/kupferzeitlichen Cucuteni-Kultur. Anstatt mit Matsch und Schlamm kämpften die Studierenden nun im Tiefschnee gegen den aus den weiten Ebenen Russlands und der Ukraine heran wehenden, eisigen Wind. Dafür konnten auf den bislang weitestgehend nur durch Oberflächenfunde bekannten Siedlungen zahlreiche neue Erkenntnisse gewonnen werden, so z.B. die drei Erdwerke von Ghindaoani und die zwei Siedlungskerne von Valea Seaca „Ferma de Vaci“, wo auch noch ein mutmaßlich bronzezeitlicher Tumulus entdeckt werden konnte.

Der Sonntag war für das Team ein mehr als wohlverdienter Ruhetag in Piatra Neamt, doch Montag geht es weiter, dem Winter entgegen: Nach einer Woche im Landkreis Botoşani am Prut, in den sanften Hügeln des Grenzlandes der EU zur Republik Moldau ist geplant, anderthalb Wochen lang Cucuteni-zeitliche Siedlungen in der ukrainischen Region Galizien zu erforschen, um einen Vergleichsdatensatz zu den in Rumänien gewonnenen Daten zu erarbeiten. Von Temperaturen über dem Gefrierpunkt werden die Gefährten auch dort nur träumen können, hoffentlich allerdings trotzdem neue Einblicke in bislang weitestgehend unbekannte Fundorte erarbeiten.

Update von der Osteuropa-Prospektion

02.03.2018: Die letzte Woche brachte einiges an neuen Eindrücken und Herausforderungen für das Prospektionsteam. Nach den beiden Wochen in Transsylvanien und den Subkarpaten wurde das Quartier in den Nordosten Rumäniens, nach Botoşani verlegt. Ein Besuch des dortigen Museums, insbesondere des Magazins und der Werkstätten, stimmte die Studierenden auf die Besonderheiten der Cucuteni-Keramik, aber auch des reichhaltigen Silexmaterials in diesem Gebiet ein.

Der Rest der Woche stand im Zeichen der Erforschung des aus alten Ausgrabungen bekannten Fundplatzes Draguşeni „Ostrov“, berühmt für zahlreiche anthropomorphe Keramikstatuetten sowie eine spezielle, ritzverzierte und bemalte Cucuteni A – Keramik. Mit einer Fläche von mehr als sieben Hektar sollte Draguşeni „Ostrov“ eigentlich ein idealer Platz sein, die innere räumliche Struktur einer Cucuteni A – Siedlung zu untersuchen. Allerdings wirkte sich die letzte, gesamteuropäische Kältewelle auch auf die lokalen Begehungsbedingungen aus: Temperaturen von bis zu -15°C, gepaart mit teilweise sehr starkem Wind zwang das Team zu extremen Anstrengungen.

Das Prospektionsergebnis – Ein doppeltes Grabenwerk, sowie zahlreiche, teilweise sehr große Hausbefunde – belohnte aber die Mühen. Auch eine geordnete geometrische Anordnung der Häuser scheint erkennbar. Dem Magnetikergebnis nach scheinen einige der Bauten, für die Cucuteni-Zeit eigentlich untypisch, unverbrannt zu sein. Fundamentgräben und mutmaßliche Pfostengruben lassen Rückschlüsse auf die innere Unterteilung der Gebäude zu.

Weniger erfolgreich war der Versuch, am Samstag die im letzten Jahr begonnene Prospektion in Mitoc „Paraul lui Istrate“ zu einem Ende zu bringen. Nachdem schließlich auch der Schneepflug, hinter dem das Team versuchte, durch einen Schneesturm hindurch die entlegen am Prut liegende Ortschaft zu erreichen, vor den teilweise meterhohen Schneeverwehungen kapitulieren und umkehren musste, war klar, dass dieses Projekt wohl doch auf den Sommer verschoben werden muss.

Nach einem Ruhetag in Botosani, inklusive eines Ausfluges zur nahegelegenen eisenzeitlichen Festung von Stancesti (5.-3. Jhd. v.Chr.) steht am Montag dann die letzte Etappe der Reise vor dem Rückweg nach Deutschland an: Nach einem Treffen mit Kollegen aus der Ukraine an der rumänisch-ukrainischen Grenze und einer hoffentlich reibungslosen Grenzquerung soll das Quartier nach Tscherniwzi verlegt werden. Von dort ist geplant, zunächst den Fundplatz Schypynzi zu untersuchen und darüber hinaus zu klären, ob sich diese Region zur Etablierung eines Vergleichsgebietes zur Neamţ-Senke bei Târgu Neamţ eignet. Das ab nächster Woche angesagte Tauwetter könnte diese Arbeiten allerdings zu einer äußerst schlammigen Angelegenheit machen…

Frühlingsanfang und Rückkehr mit Hindernissen – Das Osteuropa-Geomagnetik-Team ist zurück aus Rumänien und der Ukraine

08.03.2019: Nach dem Abschluss der Arbeiten im Kreis Botoşani wurde das Quartier der Geomagnetik-Mannschaft nach Revakivtsi (nahe Tscherniwzi) in der Ukraine verlegt. Zusammen mit unserem Kooperationspartner vor Ort, Dr. Taras Traschuk wurden Flächen auf dem über 30 Hektar großen Fundplatz von Shypyntsi (dt.: Schipenitz) prospektiert. Dieser ist namensgebend für die Shypyntsi-Stufe der Trypilja-Kultur (Die Aufteilung in Cucuteni- und Trypilja-Kultur geht auf die politischen Grenzen der Neuzeit zurück).

Die Prospektion, bei der sich für das Plateau von Shypyntsi eine aufgelockerte Besiedlung mit mehreren Siedlungskernen abzuzeichnen scheint, musste allerdings abgebrochen werden, als plötzlich einsetzendes Tauwetter die ursprünglich noch halbmeterhohe Schneedecke innerhalb kürzester Zeit in eine durchgehende Fläche aus tiefgründigem Matsch verwandelte. Eine Rückkehr nach Shypyntsi ist aber fest geplant, nicht nur zur Fertigstellung der Prospektion, sondern auch zur Sondierung der zahlreichen, gleichzeitigen, im Umland gelegenen Fundstellen.

Den Abschluss der Reise bildete schließlich ein Motorschaden an unserem bis dahin so treuen Uni-Bus, der zur Reparatur in Budapest bleiben musste. Ein Mietwagen brachte das Team aber schließlich sicher nach Erlangen zurück, und auch der Bus konnte mittlerweile wieder – repariert – nach Erlangen zurückgebracht werden. In den kommenden Wochen heißt es nun, die gesammelten Daten auszuwerten und in den Kontext der bisherigen Projektergebnisse einzuordnen. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass die Kampagne bedeutende Erkenntnisse zum Siedlungswesen der  Cucuteni-Trypilja-Kultur, aber auch zum Ausmaß der Entwicklung urbaner Infrastruktur in der römischen Provinz Dacia Superior erbracht hat.

Frühjahr 2019 – Mehr als nur Magnetik:

Steinzeit im Schatten der Burg – Beginn der diesjährigen Transsilvanien-Kampagne

14.03.2019. Noch bevor nächste Woche zwei Busse mit Studierenden und Dozierenden der Archäologischen Wissenschaften nach Rumänien aufbrechen, fiel schon gestern der Startschuss für die diesjährige Prospektionssaison. Ein Vorauskommando begann mit der Erforschung der neolithischen Siedlungslandschaft um Rupea in Transsilvanien.

Dr. Carsten Mischka und Georg Schafferer M.A. vom Institut für UFG der FAU begannen am Dienstag in Zusammenarbeit mit Prof. Gheorghe Lazarovici (Universität Cluj) und Dipl. Ing. Silviu Gridan M.A. (Bukarest) mit der Erschließung eines neuen Projektgebietes. Die Region um Rupea im Kreis Braşov ist als Durchgangsgebiet zwischen Transsilvanien und der osteuropäischen Ebene reich an Fundstellen vom Paläolithikum bis in die Neuzeit. Zudem steigerten Salzvorkommen schon zu urgeschichtlichen Zeiten die Attraktivität der Region. Allein in der Gemeinde Rupea sind bislang 12 archäologische Fundstellen bekannt. Besonders die reiche neolithische Besiedlungsgeschichte macht das Gebiet interessant als mögliches zukünftiges Vergleichsgebiet zur auf der Ostseite der Karpaten gelegenen Neamţ-Senke, die bereits intensiv durch das Erlanger Institut untersucht wird.

Am Beginn der zehntägigen Kampagne steht die geomagnetische Prospektion des Fundplatzes „Rupea 7“. Auf einem Sporn fanden sich hier bei Feldbegehungen und ersten Sondagegrabungen Überreste der frühneolithischen Starčevo-Körös-Criş-Kultur sowie der kupferzeitlichen Gruppen Petreşti und Ariuşd. Die Geomagnetik zeigt nun die Struktur der Siedlung mit an die hundert Behausungsbefunden in unterschiedlichen Erhaltungszuständen. Fast fünf Hektar sind bereits prospektiert, ohne dass die Grenzen der Siedlung schon vollständig erfasst wären. Für die nächsten Tage sind also noch viele interessante Befunde zu erwarten. (C. Mischka)

 

Erdwerke und ein dreifacher Fundplatz – Abschluss der ersten Rupea-Kampagne

10.03.2019.  Nach einer Woche harter Arbeit ging gestern die erste Prospektionskampagne in Rupea (Kreis Braşov, Rumänien) zu Ende. In dieser Zeit wurde der Fundplatz Rupea 7 vollständig begangen, und der nur wenige hundert Meter entfernt gelegene Platz Rupea 4 ebenfalls zu einem großen Teil. Zusätzlich zur Gradiometerprospektion wurden für beide Fundplätze Geländemodelle und eine Orthomosaikkartierung angefertigt. Dabei kam erstmals die neue Drohne des Institutes zum Einsatz.

Die Ergebnisse der Prospektion übertrafen letztlich noch die Erwartungen, die nach den ersten Tagen ohnehin schon hoch waren.Für Rupea 7 kann nun beispielsweise rekonstruiert werden, dass sich eine ovalförmig angelegte Siedlung und eine etwas höher am Hang gelegene, ungeordnete Siedlung überlagern. Eingefasst wird der besiedelte Bereich von einem Grabensystem.

Rupea 4 stellte sich als Ansammlung von drei kleineren Plätzen heraus. Auf dem Beginn des fast einen dreiviertel Kilometer langen Sporns konnte geomagnetisch ein größeres Steingebäude mit umgebenden Gruben festgestellt werden. Auf der Spitze des Sporns fand sich eine von einem massiven Grabenwerk eingefasste Siedlung. Die per GPS eingemessenen Sammelfunde von S. Gridan zeigen zudem eine weitere Siedlung zwischen diesen beiden, auf der Mitte des Sporns. Dieses Areal konnte aber leider aufgrund des landwirtschaftlichen Bearbeitungsstandes nicht prospektiert werden.

Den Sammelfunden nach könnte die mittlere Fundstelle am ehesten in die Starčevo-Körös-Criş -Kultur fallen, während das Erdwerk vermutlich eine Siedlung der Ariuşd -Kultur einfasst. Hier müssen aber intensivere Untersuchungen Klarheit schaffen, ebenso wie für das Steingebäude. Für dieses liegt kein Fundmaterial vor, aufgrund von Lage und Ortsgeschichte kann aber am ehesten wohl von einer mittelalterlichen Struktur ausgegangen werden. (C. Mischka)

 

 

Auf des Hügels Spitze getrieben –  Erste Nachrichten von der Prospektionskampagne in der Neamţ-Senke

24.03.2019. Seit Dienstag untersuchen 13 Studierende und Dozierende der Archäologischen Wissenschaften der FAU in Kooperation mit dem Museumskomplex Neamţ Fundplätze der Cucuteni-Kultur in der Umgebung von Târgu Neamţ (Kreis Neamţ, Rumänien).  Die Maßnahme ist ein neuer Schritt im Rahmen des Projektes „Diachrone Landschaftsarchäologie in der Moldau“.  Mit Gradiometerprospektionen, Drohnenbefliegungen, aber auch klassischen Feldbegehungen sollen Informationen über die Besiedlungsgeschichte dieser Kleinregion in der Zeit von ca. 4400-3500 v.Chr. gesammelt werden.

Erweitertes Methodenspektrum für die Siedlungsarchäologie

Die Kampagnen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Geomagnetik und Drohnenkartierungen perfekte Werkzeuge sind, unter den Gegebenheiten der Projektregion Informationen über Siedlungsgrößen und -strukturen zu liefern. Mit dieser Kampagne kommen Oberflächenbegehungen hinzu, um auch räumlich differenzierte, datierende Informationen über die Fundplätze zu erhalten. Dies ist von besonderer Bedeutung, da die Geomagnetik mittlerweile für mehrere Fundorte gezeigt hat, dass zwei Siedlungen aus unterschiedlichen Zeiten eng benachbart oder gar überlappend angelegt wurden.

Geomagnetik: Knöchelbrecher und Erdwerksgräben

Ein Beispiel dafür ist der Fundplatz Valea Seaca „Ferma de Vaci“. Bereits im letzten Frühjahr wurde dessen Prospektion begonnen, letzten Mittwoch konnte sie nun abgeschlossen werden. Zwei kleine, von massiven Grabenanlagen eingefasste Siedlungen liegen hier nur knapp hundert Meter nebeneinander auf einer Hügelkuppe über der Neamţ-Senke. Ebenfalls gute Ergebnisse lieferte die Geomagnetik auf dem Fundplatz Topoliţa „La Arminici“, wo am Samstag eine weitere kleine, aber massiv befestigte Siedlung prospektiert wurde.

Feldbegehung:  Raster nicht nur am Rechner

Für die Oberflächenprospektion wurde aufgrund der zu erwartenden Fundmengen die Rastermethode der Einzelfundeinmessung vorgezogen. Neben der Gewinnung von datierenden Funden soll dabei im Laufe der Maßnahme verstärkt auch der Fokus darauf gelegt werden, den Studierenden mehr Routine beim Einsatz des Tachymeters, aber auch des Satzes von Pythagoras zu verschaffen. Leider halten sich die Fundmengen aber bislang in engen Grenzen, da das für diese Jahreszeit ungewöhnlich trockene und warme Wetter zwar für die Magnetik perfekt ist, von abgeregneten Flächen aber natürlich nicht die Rede sein kann. Der für die nächste Woche angesagte Regen könnte hier allerdings zu steigende Fundmengen und vermehrte Flüche der Magnetikmannschaft führen. (C.Mischka)

Viele Scherben bringen Glück – Der zweite Teil der Rumänienprospektion ist beendet.

31.03.2019. Nach gut zwei Wochen geht die Prospektionskampagne in der Neamţ-Senke ihrem Ende entgegen. Mit Petricani stand diese Woche ein neuer Fundplatz auf dem Plan. Dabei war die gemeinsame Arbeit des gesamten Teams gefragt. Noch während ein Team per Gradiometerprospektion und UAV-Modellierung die Ausdehnung und Struktur des Cucuteni A- und B-Fundplatzes erforschte, machte sich das zweite Team an die Oberflächenbegehung.

Sowohl Fundlese als auch Magnetik erbrachten Hinweise auf eine Mehrphasigkeit des Fundplatzes, von dem aufgrund von Erosion und dem Bau einer Kirche in den 1990’er Jahren lediglich ca. 2 Hektar erhalten geblieben sind. Das Magnetogramm zeigt die typische verbrannten Hausstrukturen, die einen schmalen, mutmaßlich von einer Palisade stammenden Graben überlagern. Das mehrere hundert Kilo umfassende Material, Keramikfunde und Steinartefakte, unterstützt die Interpretation als mehrphasige Siedlung. Es fanden sich Stücke aus den Phasen Cucuteni A und  B, wie beispielsweise bemalte Keramik, das Bruchstück einer Frauenstatuette oder auch Silexpfeilspitzen.

Fokus Fundbearbeitung

Der Schwerpunkt der Maßnahme lag diese Woche dementsprechend auf der Fundbearbeitung. Im Museum für Cucuteni-Kunst in Piatra-Neamţ wurden die Funde der letzten Woche gewaschen, sortiert, bestimmt und katalogisiert. Der nächste Schritt besteht dann in der gemeinsamen Kartierung mit dem Magnetikergebnis und dem aus den UAV-Fotos gewonnenen, hochauflösenden Geländemodell.

 

Magnetik und Drohnenbefliegung laufen weiter

Auch wenn der Großteil des Teams im Innendienst beschäftigt war, liefen die Außenarbeiten mit einem chronologisch breiteren Fokus weiter. Vier weitere Fundplätze wurden geomagnetisch prospektiert und aus der Luft vermessen. Zunächst wurde in Vânatori Neamţ die bereits 2018 begonnene Begehung zu Ende geführt. Die in den 1980’er Jahren noch ergrabenen Cucuteni-Siedlung konnte hier zwar nicht mehr festgestellt werden, allerdings fanden sich – erstmals in der Moldau – auf über 5 Hektar mehrere Gehöfte sowie ein Erdwerk der späten Bronzezeit (Noua-Kultur).

Direkt neben dem jüdischen Friedhof von Târgu Neamţ konnte dann mir dem Fundplatz „Cimiteriul Evreiesc“ eine weitere, kleine Cucuteni-Siedlung untersucht werden.

Ebenfalls zu Ende gebracht werden konnte die bereits 2017 begonnene Begehung der spätmittelalterlichen Burganlage von Gâdinţi. Dem Magnetogramm nach umfasste ein komplexes System aus Erdwerken und Türmen die vom moldawischen Woiwoden Ştefan cel Mare im 15. Jh. angelegte Festung. Mit fast einem halben Kilometer Durchmesser handelt es sich dabei um die größte Festung dieser Epoche in der Moldau.

Einen Exkurs in die Neuzeit stellte hingegen die Drohenmodellierung der Raststation „Hanului Serbesti“ im Ort Ştefan cel Mare dar, ca. 15 km östlich von Piatra Neamt. Diese wurde im 17. Jh. erbaut und ihre Ausgrabung im nächsten Monat wird der Startpunkt Wirtshausarchäologie auch in Rumänien darstellen.

Perspektive für die Zukunft

Nur Dr. C. Mischka und F. Wanka BA verbleiben für weitere 10 Tage in Rumänien, um die Befliegungen in der Neamţ-Senke sowie die Geomagnetik in Argamum in der Dobrudscha fertigzustellen, während der Rest des Teams am Montag die Rückreise antritt. Die Ergebnisse der Maßnahme sollen dann als Ausgangspunkt für die Erweiterung der Arbeiten auf die nächste, deutlich größere naturräumliche Einheit, die Bistriţa-Senke bei Patra Neamţ dienen. (C. Mischka)

 

Von den Karpaten bis zur Donau – Abschluss der Rumänien-Kampagne Frühjahr 2019

13.04.2019. Letzten Donnerstag kehrte auch der letzte Teil der Prospektionsmannschaft  dieses Frühjahrs aus Rumänien zurück. Dr. C. Mischka und F. Wanka BA waren nach der Abreise des größten Teils des Teams zunächst noch in Piatra Neamţ geblieben. Es folgte dann noch eine Maßnahme in Kooperation mit dem Institut für Provinzialrömische Archäologie der LMU München am Fundplatz Jurilovca/Argamum im Donaudelta sowie an Fundplätzen entlang der Donau in der Nähe von Călarăşi.

Nacharbeiten in der Neamţ-Senke – Geländemodelle und Orthomosaike

Nach Abschluss der geomagnetischen Prospektion sowie der Aufarbeitung des Fundmaterials der Feldbegehungen stand als nächstes die Erstellung weiterer Geländemodelle an.  Für alle bereits untersuchten Fundplätze in der Neamţ-Senke sollen für die abschließende Publikation möglichst hoch auflösende Geländemodelle sowie entzerrte Luftbilder vorliegen. Obwohl der anhaltend starke Wind den Einsatz des UAV teilweise unmöglich machte, gelang es schließlich doch, dieses Ziel beinahe vollständig zu erreichen. Lediglich an den Fundplätzen Țolic und Topoliţa „La Ilioi“ müssen in der geplanten Sommerkampagne noch Befliegungen durchgeführt werden.

Weiter im Innendienst

Am 3. April reiste das Team weiter in das Donaudelta. Am Fundplatz Argamum, in der Nähe von Jurilovca (Kreis Tulcea). Nach der Rückkehr nach Erlangen folgt nun in den nächsten Wochen und Monaten die Aufarbeitung der Funde und Befunde des letzten Monates. Eine erste Publikation der Cucuteni-zeitlichen Besiedlungsgeschichte der Neamţ-Senke steht dabei ebenso auf dem Plan wie die Auswertung der Daten in verschiedenen Lehrveranstaltungen. Es ist aber auch zu erwarten, dass Transsylvanien, die Moldau und die Dobrudscha nicht zum letzten Mal zum Ziel für die Studierenden und Dozierenden der Erlanger UFG gewesen sind. (C. Mischka)

 

Sommer 2019 – Grabung in Scânteia und Magnetik an der Donau

Mais, Keramik und Altäre – Die erste Woche der Scânteia-Grabung 2019

21.08.2019: Zum dritten Mal nach 2016 und 2017 steht nun diesen Sommer eine Grabungsmaßnahme am Fundplatz Scânteia in der rumänischen Moldau an. Zwei Tage Anfahrt und die erste Grabungswoche liegen mittlerweile hinter dem Team von Prof. Dr. D. Mischka, Dr. C. Mischka und vier Studierenden (A. Botsch, A. Dittes, G. Möller, R. Yoganantham). Sie haben sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit den rumänischen Kooperationspartnern die 2016 begonnene Ausgrabung eines Cucuteni-zeitlichen Hausbefundes zu einem Abschluss zu bringen. Parallel dazu führte ein weiteres Team (F. Gapp BA, G. Dietl, geleitet von F. Wanka BA) Gradiometerprospektionen und Drohnenbefliegungen im südlichen Rumänien durch.

Anknüpfen an die bisherige Grabung

Dieses Jahr steht Mais übermannshoch auf dem Fundplatz – nur durch eine Schneise ist die Grabung zu erreichen. Zudem stand zu befürchten, dass ein Jahr Unterbrechung der Grabung nicht unbedingt gutgetan haben könnte. Glücklicherweise hatten die Befunde aber unter den Planen kaum gelitten und so gelang ein nahtloser Anschluss an den Arbeitsstand von 2017: Im Westen des Hauses wird das „Scherbenpflaster“ weiter abgetragen, eine halbmeterdicke Schicht aus Keramik, Steinartefakten und Knochenabfällen. Im Hausareal werden der Profilsteg abgetragen und ein letzter Ofenbefund untersucht, bevor unter dem Haus nach weiteren Pfostenlöchern der tragenden Konstruktion des Hauses gesucht werden kann.

Scherbenmassen, Statuetten und ein Ofen

Im Scherbenpflaster konzentrieren sich die Funde mittlerweile nur noch auf einzelne Bereiche. Mutmaßlich sind hier einzelne, metertiefe Gruben zu einem flächigen Befund zusammengewachsen. Die Funde gehen zwar wieder einmal in die Tausende, aber trotzdem freuen sich die Teammitglieder immer noch über besondere Highlights. So wurde beispielweise eine fast vollständige Männerstatuette aus Keramik gefunden, oder auch ein fast vollständiges, bemaltes Gefäß am Stück geborgen. Die Statuette begeisterte das Team so sehr, dass trotz begrenzter fotografischer Möglichkeiten vor Ort noch am selben Abend ein 3D-Modell per SfM erzeugt wurde, um das Artefakt der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Am Ofenbefund wiederum zeigte sich gut die Konstruktionstechnik vor 6000 Jahren. Deutlich sind die verschieden heiß gebrannten Schichten der aus Lehm erstellten Herdstelle zu erkennen, unter denen flache Kalksteine das Ofenfundament bildeten.

Ein überraschend kultischer Fund

Eine Besonderheit stellt der Fund von bemalten Keramikartefakten in einer Grube unter dem Haus dar. Diese lassen sich nämlich zu einem ornamentierten und bemalten, tischähnlichen Konstrukt rekonstruieren, das an anderen, zeitgleichen Fundplätzen als Altar angesprochen wird. In Zusammenhang mit der mit Rinderhörnern aus Ton geschmückten Feuerstelle im Haus, der in deren Nähe gefundenen, großen Statuette sowie den vollständigen Bukranien in der Abfallzone ist es somit mehr als wahrscheinlich, dass zumindest ein Teil von Haus 14 aus Scânteia für Kulttätigkeiten genutzt wurde.

Multinationale Kooperation und neues von berühmten Fundplätzen – Das Magnetik- und Drohnenteam im Einsatz

Rückkehr nach Dobrovaţ – rumänisch-chinesisch-deutsche Zusammenarbeit

Während das Grabungsteam im Scânteia weiter Funde und Befunde sichert, besuchte Dr. C. Mischka zur Unterstützung eines rumänisch-chinesischen Grabungsteams einen Tag den 2017 von der FAU-UFG geomagnetisch prospektierten Fundplatz Dobrovaţ. Ebenfalls im Kreis Iaşi, kaum 20 Kilometer von Scânteia entfernt gelegen und auch der Stufe Cucuteni A3 zugeordnet, galt es dort, per Drohne ein SfM-Modell der Grabung anzulegen – ein Beispiel für die guten und engen Beziehungen innerhalb des multinationalen Kreises der Cucuteni-Forschung.

Pietrele – Erdwerk am Fuße des Tells

Währenddessen führte der Weg des Magnetikteams zunächst nach Pietrele in der Walachei. Am Fuße des berühmten Tells, der seit Jahren von der Eurasienabteilung des DAI ergraben wird, untersuchten die Studierenden im Rahmen der Kooperation der FAU-UFG und der Eurasienabteilung Areale, in denen noch weitere Befunde der „Unterstadt“ vermutet wurden. Die Ergebnisse sind zwar noch nicht komplett ausgewertet, aber es ist bereits deutlich ein bisher noch nicht bekannter Erdwerksbefund zu erkennen, ein guter Start für die Kooperation, die im September mit einer weiteren gemeinsamen Südrussland-Kampagne fortgeführt werden soll.

Römer an der der Donau

Von Pietrele aus reiste das Team weiter an die Donau, in den Kreis Constanta. Schon im Frühjahr sollten dort im Rahmen der Kooperation des Erlanger Institutes mit der Vor- und Frühgeschichte der Universität München (Prof. Dr. B. Päffgen) in der Nähe des Klosters Derwent der römische Fundplatz Sucidava prospektiert werden. Damals scheiterte das Vorhaben noch am hohen Wasserstand, diesmal konnte das Team aber erfolgreich auf den Fundplatz gelangen. Dass die Prospektion dann allerdings keine Befunde erbrachte – zu gestört war dort der Untergrund – ist zwar ärgerlich, gehört aber auch zu den Erfahrungen, die junge Wissenschaftler im Laufe ihrer Ausbildung sammeln müssen.

Eine Investition in zukünftige Forschungen war schließlich ein weiterer Besuch am Römerkastell von Sacidava, ca. 20 Kilometer donauabwärts. Zur Vorbereitung etwaiger intensiverer Erforschungen dieses Platzes wurde mit der DJI Phantom 4 Pro der FAU-UFG ein hochauflösendes Geländemodell erzeugt. Somit kann von einer sehr produktiven Reise gesprochen werden, die für die beteiligten Studierenden Befunde unterschiedlichster Zeitstellungen und technisch anspruchsvolle Aufgaben brachte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Scânteia werden F. Wanka BA und ihre Kommilitonen die Rückreise nach Erlangen antreten, während das Grabungsteam noch weitere drei Wochen in Rumänien bleiben wird.

Neue Stufe der Transparenz – Öffentlichkeitsarbeit in 360 Grad

Immer öfter kommen die Fragen danach, was Archäologen eigentlich tun. Tatsächlich soll sogar gefragt worden sein, ob die gesamte philosophische Fakultät im Sommer Ferien hat. Um diesem Informationsdefizit zu begegnen, ist die Sommerkampagne 2019 die erste, die von der FAU-UFG mit einem eigenen Twitter-Account begleitet wird. Regelmäßige Tweets aus Rumänien, und ab nächsten Monat auch aus den Klausenhöhlen geplant, sollen einer breiteren Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, sich über aktuellste Forschungen in unserem Institut zu informieren – bislang übrigens mit beachtlichem Erfolg. Sogar die neue, drohnengestützte 360-Grad-Kamera des Institutes kam hier erstmals unter Feldbedingungen zum Einsatz. Schauen sie doch mal rein bei UFG_Erlangen!
(Carsten Mischka)

 

Hitzeschlacht, aber das Ende ist in Sicht – Neues von der Scânteia-Grabung

Von Gruben, Scherben und Idolen – Die Schichten neben und unter Haus 14

28.08.2019: Nach der Abreise des Magnetik-Teams ist nur noch eine kleine Rumpfmannschaft in Scânteia im Einsatz. Bei Temperaturen von stets über 30°C im Schatten – nur gibt weder Schatten noch Wind auf dem Fundplatz – bestand die Hauptaufgabe der Studierenden in Dokumentations- und Vermessungsaufgaben, während die letzten Befunde im Haus ausgegraben wurden. Es galt, mutmaßliche Pfostengruben zu untersuchen und die letzten Gruben auszunehmen. Zudem wird nun auch im Innendienst die gefundene Keramik gewaschen und katalogisiert. Glücklicherweise lassen die Fundmengen nun stark nach, nachdem auch im Areal des Scherbenpflasters das Ende des Befundes bald erreicht zu sein scheint. Trotzdem entschädigen immer wieder besondere Funde die Mitgrabenden für ihre Mühen, beispielsweise ein Idol in Tierform, fast komplett erhaltene Gefäße, oder auch weitere Reste des bereits in der ersten Woche entdeckten bemalten Altars.

Von Drohnen und Totalstationen – Noch ein Besuch in Dobrovaţ

Nachdem Dr. C. Mischka schon letzte Woche die Grabung des rumänisch-chinesischen Grabungsteams besucht und bei dieser Gelegenheit ein Drohnenmodell der Grabung angefertigt hatte, erklärten sich alle Studierenden bereit, auf ein freies Wochenende zu verzichten. Stattdessen stand ein weiterer Besuch in Dobrovaţ an – diesmal mit dem ganzen Team. Für die Studierenden – fast alle Cucuteni-Neulinge – war es eine perfekte Gelegenheit, Cucuteni-zeitliche Hausbefunde im Anfangsstadium einer Ausgrabung zu sehen. Bei einem Haus hatte gerade erst das Abnehmen der Rotlehmpackung begonnen, das zweite lag noch mit frei präparierter Rotlehmpackung im Planum.

Auf Nachfrage des Grabungsleiters Dr. M. Oanca (Museum Bârlad), 2017 noch Teil des Scânteia-Teams, wurde nach der Grabungsbesichtigung noch ernsthaft gearbeitet und die Erlanger Studierenden konnten zeigen, was sie gelernt haben: Sie bauten ein tachymetrisches Messnetz auf und fertigten nicht weniger als drei Drohnenmodelle unterschiedlichster Auflösung und Fläche des Fundplatzes und seiner näheren Umgebung an. Auch ein Flug mit der 360-Grad-Kamera erfolgte.

Weiter dem Ende entgegen

Das Ende der Ausgrabung in Scânteia ist nun nahe gerückt. „Nur“ noch ein spatentiefer Abtrag im Scherbenpflaster und eine Grube trennen das Team von der Heimreise. Dies bedeutet aber noch einmal die Bewegung einiger Kubikmeter Erde bei drückender Hitze. Es besteht aber die Hoffnung, dass eine letzte, gewaltige Anstrengung der Mannschaft dazu führen wird, dass die nächsten Nachrichten von der Scânteia-Kampagne 2019 aus Erlangen erfolgen werden.
(Carsten Mischka)

 

Vom Ende einer Ausgrabung – Rückkehr des Grabungsteams aus Scânteia

04.09.2019: Diesen Montag Abend kehrten mit dem Scânteia-Ausgrabungsteam auch die übrigen Teilnehmer der Rumänien-Kampagne Sommer 2019 wohlbehalten wieder nach Erlangen zurück. Zuvor konnten die Arbeiten rund um die Ausgrabung des Cucuteni-zeitlichen Hausbefundes „Haus 14“ zu einem endgültigen Abschluss gebracht werden.

Profile und letzte Gruben

Nachdem das Scherbenpflaster bis zu seiner untersten Grenze verfolgt worden war, wurden noch diverse Profile angelegt. Diese dienten nicht nur der Verbindung des Hausbefundes mit dem Scherbenpflaster. Sie illustrieren auch hervorragend die Befundsichtbarkeit in den Schwarzerdeböden Osteuropas: Aufgrund der starken Bioturbation sind keinerlei Verfärbungen sichtbar, nur Funde und eine fühlbar veränderte Struktur des Bodens weisen dem Ausgräber den Weg. Dies war insbesondere für die jüngeren Grabungsteilnehmer (Aber nicht nur die!) eine wertvolle Erfahrung in Bezug auf die Vielseitigkeit archäologischer Befunde. Auch die Ausgrabung der letzten Grubenbefunde wurde abgeschlossen, wobei teilweise noch einmal beachtliche Befundtiefen dokumentiert werden konnten.

Scânteia 2019: Virtueller Überflug über das 3D-Modell der Grube mit den Wandfragmenten.

Scânteia 2019: Virtueller Überflug über das 3D-Modell der Grube mit den Wandfragmenten.

 

Waschen, zählen, wiegen – Alle in den Innendienst!

Das Ende der Grabungsarbeiten hieß noch lange nicht, dass es schon nach Hause geht: Einige Tage geballten Innendiestes mit der gesamten Mannschaft waren noch nötig, die Fundmengen vor der Abgabe an das Museum in Iaşi zu ordnen und zu erfassen, sowie wichtige Einzelfunde noch fotografisch und per SfM zu dokumentieren. Diese Arbeit gehört zur Feldarbeit genau wie Spaten und Kelle, und das gesamte Team arbeitete bis weit jenseits eines etwaigen Feierabends, um die Maßnahme schließlich zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen.

Auswerten, publizieren, Pläne schmieden: Der Ausblick auf die Zukunft.

Wie schon die Maßnahmen der Vorjahre bot auch diese Kampagne wieder jungen Studierenden der archäologischen Wissenschaften die Möglichkeit, Erfahrungen in der Archäologie der spektakulären Kulturen des osteuropäischen Neolithikums und der Kupferzeit zu sammeln. Sie konnten die auf den Lehrgrabungen beispielsweise in St. Helena, während den Drohnenworkshops und bei den Magnetik-Praktika erlernten Fähigkeiten unter echten Feldbedingungen anwenden und ihren archäologischen Wissenshorizont massiv erweitern.

Für das wissenschaftliche Team heißt es nun, die gesammelten Daten zu sichten, auszuwerten und in enger Abstimmung mit den rumänischen Kollegen zu einer schlüssigen Interpretation des Befundes „Haus 14“ zusammenzuführen. Währenddessen laufen auf Basis der bereits vorliegenden Ergebnisse und Erfahrungen die Planungen für die nächsten Kampagnen: Die intensiven Begehungen, Befliegungen und die Geomagnetik – entsprechend der Frühjahrskampagne 2019 – sollen zunächst auf die übrigen Projektregionen ausgedehnt werden, um das Wissen in der Fläche zu verdichten. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja daraus auch eines Tages eine neue Grabung…