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Vorzeitkiste-bisherige Massnahmen (Auswahl)

Bildleite Vorzeitkiste

Eine Einführung in die archäologische Wissenschaft: Aktion für eine zehnte Schulklasse der Realschule Forchheim

31.01.2020: „Sag mal, lebst du noch in der Steinzeit?“ So etwas muss man sich anhören, wenn man heutzutage ein mehrere Jahre altes Handy besitzt. Aber wie war das so in der Steinzeit? Und warum spricht man von Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit? Woher wissen ArchäologInnen, in welche dieser Zeiten ein Fund gehört? Diesen Fragen sind SchülerInnen der Realschule Forchheim auf den Grund gegangen und haben versucht, Repliken in die unterschiedlichen Zeiten zu verordnen. Gar keine so leichte Aufgabe!
Bei einer anschließenden Führung konnten dann die originalen Funde in der Sammlung begutachtet werden. Die SchülerInnen erfuhren dabei mehr über den steinzeitlichen Menschen und seine Umwelt und wie sich diese im Laufe der Perioden verändert hat.
Zum Abschluss bekamen die Jugendlichen einen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten in der Archäologie und durften sich in einzelnen Methoden selbst versuchen. Wie kann man zum Beispiel an einem alten Holzbalken dessen Alter bestimmen? Dazu lernten die SchülerInnen das Prinzip der Dendrochronologie kennen. Aber auch experimentell konnten sie verschiedene Techniken der Steinzeit wie Mehl mahlen oder Schnur zwirnen ausprobieren. Die Verbindung aus wissenschaftlichen Themen und praktischer Heranführung hat gut funktioniert und den SchülerInnen einen vielseitigen und interessanten Einblick in unser Fach gegeben. Ein guter Ansatz, den wir gerne in Zukunft wiederholen!

Ein Kindergeburtstag im Jungpaläolithikum

26.10.2019: Bei einem Kindergeburtstag konnten altbewährte Konzepte der Vorzeitkiste zum Thema Jungpaläolithikum wieder ausgepackt werden. Das Geburtstagskind wurde an diesem Tag acht Jahre alt. Auch die anderen sechs Kinder waren in diesem Alter.
Bei unserer langen Reise vom Heute in die jüngere Altsteinzeit zu den Jägern und Sammlern konnten die jungen BesucherInnen eine Menge entdecken. Sie lernten, wie eine Speerschleuder funktioniert, wie Klingen für den täglichen Bedarf hergestellt werden und dass unsere Vorfahren bereits damals wunderbare Kunstwerke erschaffen haben.
Allen Kindern und auch anwesenden Eltern schien die Aktion sehr gut zu gefallen, denn die Familie wollte gleich fürs nächste Jahr wiederkommen. Das nächste Mal soll die Reise in die Bronzezeit gehen.

Die Vorzeitkiste bei der Langen Nacht der Wissenschaften 2019

19.10.2019: Auch dieses Jahr war die Vorzeitkiste wieder bei der Langen Nacht der Wissenschaften vertreten. Das Programm fand in der Werkstatt und der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung statt.
Nachmittags konnten die Kinder angeleitet durch Mitglieder der Vorzeitkiste nach Vorbildern archäologischer Keramik selbst zum Töpfer werden. Von Alltagsgegenständen wie Spinnwirteln und kleinen Gefäßen bis hin zu rätselhaften Objekten wie Brotlaibidolen zeigte sich die ganze Fundvielfalt und Kreativität der Kinder. Auch in Sachen Verzierung konnten sie ganz unterschiedliche Techniken ausprobieren – von Schnureindrücken, die so auch schon im Neolithikum zu finden sind, bis hin zu modernen Gegenständen wie Schrauben, um so die Brücke in die Gegenwart zu schlagen. Die Aktion stieß auf regen Andrang und brachte viele kreative Stücke hervor, die die Kinder anschließend mit nach Hause nehmen konnten. Währenddessen wurden Kinderführungen durch die Ur- und Frühgeschichtliche Sammlung angeboten, die ebenfalls sehr gut ankamen.

Eine sechste Klasse im Paläolithikum

11.10.2019: Eine sechste Klasse eines Erlanger Gymnasiums besuchte die Vorzeitkiste in der Sammlung und machte mit uns eine Reise in das Jungpaläolithikum! Im Unterricht hatten sie schon einiges über die Steinzeit, im Speziellen über das Paläolithikum, erfahren. Nun wollten sie mehr wissen.
Die 23 SchülerInnen konnten mit einem Tastspiel und einer Führung diese Periode noch besser kennenlernen, sich mit Pigmentfarben als Höhlenkünstler versuchen und mit Feuerstein Eiszeittiere in Schiefer ritzen. Auch Schmuckstücke wurden gestaltet. Draußen konnten die SchülerInnen ihr Geschick mit der Speerschleuder erproben. Ein reiches und vielgestaltiges Programm also!

Die Reise hat den TeilnehmerInnen und uns gut gefallen und wir freuen uns auf das nächste Mal in der Altsteinzeit!

Ein Rittertag in Tüchersfeld für den Hort Kalchreuth

25.07.2019: Im Rahmen der Museumskooperation zwischen dem Fränkische Schweiz Museum Tüchersfeld und der Vorzeitkiste wurde eine gemeinsam geplante und durchgeführte Mitmachaktion veranstaltet.
Die Besuchergruppe bestand aus 60 Hortkindern vom Hort Kalchreuth und deren Betreuern. In sechs Kleingruppen ging es auf eine spannende Reise durchs Museum direkt ins Mittelalter.
Die Kinder töpferten Spinnwirtel und konnten lernen mit einer Handspindel zu spinnen. An einem Gewichtwebstuhl sahen sie, wie aus den Spinnfäden ein Gewebe entsteht. Mit selbst zugespitzten Gänsefedern durften sie mit Tinte auf Pergament und Papier schreiben.
Bei der Führung erlebten sie unter anderem, wie ein Kettenhemd angezogen wird und wie schwer es sich auf dem Körper anfühlt. Die gesamte Veranstaltung dauerte 3,5 Stunden. Die Kinder waren dabei mit viel Eifer bei der Sache und das Feedback von Kindern und Mitarbeitern war durchweg positiv. Die interessanten Mitmachaktionen und den gelungenen Ausflug ins Fränkische Schweiz Museum in Tüchersfeld werden wir und die Kinder noch lange im Gedächtnis behalten.

 

Rudern mit Römerboot

22.7.2019: Im Rahmen des Forschungsprojektes mit der F.A.N. (Fridericiana Alexandrina Navis) hatte Prof. Dr. Dreyer (Alte Geschichte) eine Aktion „Rudern mit dem Römerboot“ auf dem Altmühlsee angekündigt. Auf dem Boot stand aber nur eine begrenzte Zahl von Plätzen zur Verfügung, sodass bei einer großen Gruppe ein Begleitprogramm angeboten werden sollte, damit die halbe Mannschaft nacheinander rudern und jeweils in der Wartezeit mit anderen römerzeitlichen Themen beschäftigt werden konnte. Dieses Angebot nahm die Vorzeitkiste natürlich gerne an!

Auch während des Baus des Bootes war die Vorzeitkiste bereits mit Aktionen beteiligt und daher bot sich eine Folgekooperation an. Dabei konnte stufenabhängig zwischen zwei Begleitprogrammen gewählt werden: für die unteren Klassen die Fertigung von Schiffsmodellen und Trinkgeschirr aus Ton sowie Drahtschmuck nach römischen Vorbildern, die die SchülerInnen dann mit nach Hause nehmen konnten. Als zweite Möglichkeit wurde ein interaktives Spiel angeboten, in dem die Kinder Begriffe rund um römische Schifffahrt und Bootsbau aus einer neuen und ganz eigenen Perspektive kennenzulernen konnten.
Anfang Juli gab es dann auch eine Anfrage für eine siebte Klasse, die sich für das erste Programm entschied. Zu zweit von der Vorzeitkiste fuhren wir mit unseren Arbeitsmaterialien zum Altmühlsee „Zentrum Schlungenhof“. Glücklicherweise bot das Wetter perfekte Bedingungen für eine Bootsfahrt. Da es aber doch ganz schön heiß war, waren wir froh, uns für die Basteleien im Baumschatten niederlassen zu können. Mit großem Eifer wurden Omegafibeln gebogen und fleißig Tonschiffchen modelliert. Alles in allem waren die Kinder mit ihren Werken zufrieden. Auch zusammen mit den Lehrkräften entstand eine gute Atmosphäre.

Als Fazit sagen wir: Auch wenn die Schwerpunkte der Vorzeitkiste eigentlich nicht in der Römerzeit liegen, war die Beschäftigung damit interessant und lehrreich und die Arbeit mit den Kindern aufschlussreich. Die knapp einkalkulierte Zeit hier am See von einer halben Stunde konnte etwas ausgedehnt und kleine Pausen wegen der Hitze eingelegt werden und durch den Gruppenwechsel wurde die Aktion aufgelockert. Alles in allem sehr zufriedenstellend!

 

Internationaler Museumstag 2019 – „Kleider machen Leute“

19.05.2019: Dieses Jahr stand der Internationale Museumstag unter dem Motto: „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“. Ausgehend davon hat die Vorzeitkiste ein Konzept entwickelt, heute noch lebendige Traditionen mit urgeschichtlichen Themen zu verknüpfen. “Kleider machen Leute” – so das Thema unserer Ausstellung. Die Lebendigkeit dieser Tradition lässt sich gerade durch immer neue Trends bestens nachvollziehen.

Doch auch auf prähistorische Zeiten trifft dieser Spruch bereits zu. Kleidung wirkt auf das Gegenüber und kann Identität und sozialen Stand oder Zugehörigkeit vermitteln. Zwar können wir aus der Urgeschichte die schicken Gewänder bestenfalls noch als Bruchstücke fassen, doch auch Trachtgegenstände aus Metall und Knochen bieten dafür gute Anhaltspunkte. Auch diese Objekte gingen „mit der Zeit“ und haben sich über die Jahrtausende in Form und Material teils stark verändert.

Wie können wir uns diese Kleidungstraditionen vergangener Zeiten vorstellen? Am Eingang gaben Plakate dazu einen Einblick. Anschließend konnten die entsprechenden Funde in den Vitrinen gesucht werden. Dabei haben wir versucht, die prähistorischen Trachtgegenstände mit ihren modernen “Nachfahren” zu verknüpfen. So gesellte sich der schicke Ledergürtel zur hallstattzeitlichen Gürtelschnalle in die Vitrine. Ergänzend waren Repliken zum besseren Begreifen ausgelegt.
Das Konzept konnte uns alle sehr überzeugen und wir haben fest vor, dieses zu weiteren Gelegenheiten wieder zu zeigen.