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Höhlenbilder der Tropfsteinhöhle in Djara

Ägypten

Priv.-Doz. Dr. habil. Andreas Pastoors, Dr. Erich Claßen (Bonn), Dr. Karin Kindermann (Köln) & Priv.-Doz. Dr. habil. Heiko Riemer (Köln)

gefördert durch die DFG (SFB 389, A1, 1995-2007). Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika.

abgeschlossen

Projektbeschreibung

Auf dem ägyptischen Kalksteinplateau, das nach einem Dünenzug auch als Abu-Muharik-Plateau bezeichnet wird, liegt etwa auf halber Strecke zwischen Assiut im Niltal und der Oase Farafra die Felsbildhöhle Djara. Bereits 1873 erreichte der deutsche Forschungsreisende Gerhard Rohlfs mit seiner Expedition zur Erforschung der libyschen Wüste diese Höhle. Während der Querung des Plateaus von Assiut zur Oase Farafra machte ihn der ägyptische Karawanenführer auf die Höhle und einen bir (arab. Brunnen) etwas abseits des Karawanenwegs aufmerksam. In seinem 1875 erschienenen Reisebericht, dem eine Karte mit exakten Reiserouten und Ortsbeschreibungen beigefügt ist, wird die Lokalität als „Djara“ bezeichnet und ist mit dem Vermerk „Boden mit Feuersteinsplittern bedeckt“ versehen. In der abendländischen Literatur geriet die Höhle anschließend weitestgehend in Vergessenheit. Erst 1989 wurde sie durch den Kölner Wüstenreisenden Carlo Bergmann erneut aufgesucht. Er berichtete erstmals über neolithische Steinartefakte im näheren Umfeld der Höhle und über Tierdarstellungen auf einem Stalagmit im Eingangsbereich. Seit 1990 erfolgten archäologische Untersuchungen durch das Heinrich-Barth-Institut an der Universität zu Köln, die ab 1995 im Rahmen des Sonderforschungsbereich 389 ‚ACACIA‘ fortgesetzt wurden.

Djara, Abu-Muharik-Plateau. Eingang zur Tropfsteinhöhle in Djara im Jahr 1999 (© Andreas Pastoors).

Djara, Abu-Muharik-Plateau. Eingang zur Tropfsteinhöhle in Djara im Jahr 1999 (© Andreas Pastoors).

Literatur

Claßen, Erich; Kindermann, Karin & Pastoors, Andreas (2009). Djara – Cave Art in Egypt’s Western Desert. Archéo-Nil 19: 47–66.

Claßen, Erich; Kindermann, Karin; Pastoors, Andreas & Riemer, Heiko (2010). Djara – Höhlenbilder in der Westwüste Ägyptens. In: Karin Kindermann (Hg.), Djara. Zur mittelholozänen Besiedlungsgeschichte zwischen Niltal und Oasen (Abu-Muharik-Plateau, Ägypten). Bielefeld: Kock, 767–814.

Claßen, Erich; Kindermann, Karin; Pastoors, Andreas& Riemer, Heiko (2001). Djara 90/1 – Felsbildhöhle und Fundplatz eines holozänen Gunstraums der Nordost-Sahara (Ägypten). Archäologisches Korrespondenzblatt 31 (3): 349–364.

Pastoors, Andreas (2003). Höhlenkunst und Raum: Methodische Überlegungen zur Analyse von Konzepten der Höhlengestaltung auf der Grundlage der Höhle Djara (Ägypten). In: Andreas Pastoors & Gerd C. Weniger (Hg.), Höhlenkunst und Raum: Archäologische und architektonische Perspektiven. Düsseldorf: Jan van der Most, 47–64.