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Erste Menschen im Rheinland: Datierung der Schlüsselfundstellen Rheindahlen und Lommersum

Deutschland

PD Dr. Martin Kehl (Köln), Priv.-Doz. Dr. habil. Andreas Pastoors & Dr. Erich Claßen (Bonn)

In Kooperation mit Dr. Nicole Klasen (Köln) & Dipl.-Geogr. Florian Steininger (Köln)

gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung (2020)

laufend

Projektbeschreibung

Im nördlichen Rheinland gibt es eine große Anzahl an Einzelfunden in Form von Steinartefakten, die als mögliche Zeugen einer ersten Anwesenheit des Menschen im Rheinland in Frage kommen. Da es sich jedoch bei diesen Funden um schwer datierbare Einzelobjekte handelt, liefert die Fundstelle Rheindahlen für das nördliche Rheinland den ersten sicheren Beleg für die Anwesenheit des Menschen (Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis) in diesem Gebiet. Erst viel später kam dann erstmals der anatomisch moderne Mensch (Home sapiens sapiens) ins nördliche Rheinland. Von seiner Anwesenheit zeugen verschiedene charakteristische Steinartefakte, die in Form kleiner Inventare von der Oberfläche gemeldet werden. Neben diesen Hinweisen ist es vor allem die Fundstelle Lommersum, die aufgrund ihrer sehr guten Erhaltung einen tiefen Einblick in das Verhalten dieser frühen Immigranten gibt. Für beide Fundstellen – Rheindahlen und Lommersum – ist ein solides chronologisches Gerüst, zu dem auch die Rekonstruktion der natürlichen Sedimentationsbedingungen zählt, von internationaler Bedeutung. Das nördliche Rheinland liegt unmittelbar am Übergang zur norddeutschen Tiefebene, die in extrem kalten Phasen den Rand des maximal nutzbaren Siedlungsraumes darstellt.

Rheindahlen. Martin Kehl beim Putzen eines Profils an der Westwand im Jahr 2017 (© Andreas Pastoors).

Rheindahlen. Martin Kehl beim Putzen eines Profils an der Westwand im Jahr 2017 (© Andreas Pastoors).