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Klassische Archäologie

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Die Klassische Archäologie erforscht die Kulturen Griechenlands und Roms. Ihr Untersuchungszeitraum umfasst die Epochen von der späten Bronzezeit (2. Jahrtausend v. Chr.) bis in die Spätantike (5./6. Jahrhundert n. Chr.), der geographische Schwerpunkt liegt dabei auf dem gesamten Mittelmeerraum, greift aber auch auf Regionen wie den Vorderen Orient und Nordeuropa aus. Klassische Archäologen interessieren sich für die vielfältigen, materiellen Hinterlassenschaften dieser Kulturen; sie fragen, wie die antiken Menschen ihre Umwelt und ihre Lebensräume gestalteten, welche Objekte sie herstellten und welche Gebäude sie errichteten, vor allem aber, welche Informationen uns diese über die Gesellschaft, über Alltag, Kunst und Denkweisen dieser alten Kulturen liefern können. Den Klassischen Archäologen hilft dabei eine große Zahl antiker Schriftquellen, sodass das Fach in engem Kontakt zur Geschichtswissenschaft und den Alten Sprachen steht. Um die vielfältigen Relikte der Vergangenheit – vom kleinsten Mosaikstein bis hin zur monumentalen Tempelarchitektur – sinnvoll zu untersuchen, steht der Klassischen Archäologie eine Vielfalt ganz unterschiedlicher Methoden zur Verfügung. Dazu gehören die Arbeit im Feld und naturwissenschaftliche Analysen ebenso wie aktuelle Methoden der Kunstwissenschaften, der Soziologie und Ethnologie, der Architekturgeschichte und Urbanistik.

Die Klassische Archäologie verteilt sich traditionell auf die beiden Forschungsfelder der griechischen und der römischen Kultur, wobei sich die beiden Bereiche in vielen Aspekten und Entwicklungslinien überschneiden und ergänzen. In Griechenland, der Ägäis und in Kleinasien bildet sich unter dem Einfluss der orientalischen Hochkulturen ab dem 9./8. Jahrhundert v. Chr. eine neue Form von städtischen Gesellschaften heraus. Die dort entwickelten, politischen Strukturen ebenso wie die originellen, sich ständig verändernden Ideen zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen, von Bildern und Architektur bilden die Grundlage nicht nur für die folgende Antike, sondern auch die gesamte spätere Kultur Europas bis hin in unsere Gegenwart. Die römische Kultur greift durch die Expansion der römischen Herrschaft im Mittelmeerraum und weit darüber hinaus die griechischen Traditionen auf. Sie verbindet die griechischen Formen und Konzepte im Austausch mit fremden Kulturen zur ersten, globalen Kultur der Menschheit; ihre Einflüsse sind weit über ihre Grenzen hinaus bis hin nach Indien, Zentralafrika und Nordeuropa spürbar. Auf der Basis bis dahin ungekannter, wirtschaftlicher Ressourcen gibt ab der Zeit der römischen Republik eine gebildete und weltoffene Oberschicht höchst kreative, öffentliche und private Architekturen und Luxusprodukte in Auftrag. Die Vielfalt der Themen, Ideen und Konzepte beeinflusst die Lebenswelt und den materiellen Alltag von Menschen aller Schichten, von Stadt- und Landbewohnern ebenso wie von kulturell ganz unterschiedlich geprägten Menschen von Britannien bis Syrien.

Einen Schwerpunkt der Erlanger Archäologie liegt auf der Untersuchung der antiken Bilderwelt. Aus der Antike haben sich zahllose Bilder erhalten: Bilder auf Gefäßen, Reliefs und Malereien, an Gebäuden und auf Münzen Sie bieten die einmalige Möglichkeit, Einblicke in die Gedankenwelt der damaligen Menschen zu gewinnen, von der uns andere Quellen nichts oder nur wenig berichten. Die Sammlung antiker Originale und moderner Gipsabgüsse von antiken Statuen, Porträts und Kleinkunst der FAU ermöglicht ein Studieren und Forschen direkt am Objekt. In der Antikensammlung werden zudem aktuelle, digitale Methoden erprobt. Das Institut führt Forschungsprojekte zu verschiedenen Themen durch, arbeitet dabei eng mit den Nachbarfächern sowie nationalen und internationalen Partnern zusammen.

Klassische Archäologie kann man an der FAU im Verbund mit der Ur- und Frühgeschichte und der Christlichen Archäologie in den BA-Studiengängen (1-Fach und 2-Fach) und MA-Studiengängen „Archäologische Wissenschaften“ studieren. Das Studium ist außerordentlich vielfältig und abwechslungsreich: Wer sich für das Fach Klassische Archäologie entscheidet, wird neben den Vorlesungen, Seminaren und Übungen in Erlangen auch Grabungs- und Museumspraktika absolvieren, regelmäßige Exkursionen zu Museen und Ausgrabungsstätten rund um das Mittelmeer unternehmen und so die Möglichkeit haben, direkt am antiken Material zu arbeiten und mit internationalen Wissenschaftlern in aller Welt in Kontakt zu treten.