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Zoomorphes Gefäß aus Südamerika (2)

Herkunftsland: vermutl. Peru

Fundort: unbekannt

Zeitliche Einordnung: vermutl. Chimú-Kultur (1250-1470 n. Chr.)

Inventarnummer: AE616 (=SA119)

Maße: Höhe: 19,6cm; Durchmesser: 18,0cm (Panzerrand)

Beschreibung: Gefäß aus glänzend schwarz poliertem Ton in Gestalt einer Schildkröte aus deren Panzerrücken ein Vogelkopf hervortritt. Der Schildkrötenpanzer ist verziert und aus dem Rücken des Vogelhalses tritt ein Henkel hervor der diesen mit dem Schildkrötenpanzer verbindet.

Da das Stück Anfang des 20. Jhds. aus dem Museum Umlauff Hamburg erworben wurde, einer Sammlung, die durch den Aufkauf von Kunstobjekten aus aller Welt entstand, sind die Fundumstände und der genaue Fundort unklar. Einzig der Hinweis „Peru“ lässt uns auf den Herkunftsort schließen.

Aufgrund des schwarzen Glanztons ist anzunehmen, dass das Gefäß aus der Chimú-Kultur stammt, der ersten Kultur in den Anden, die massenhaft Keramik mittels Reduktionsbrand herstellte, der verantwortlich für die tiefschwarze Farbe der Keramik ist. Der Schwanz der Schildkröte diente vermutlich als Luftkanal einer Pfeife, durch den die Luft in den Gefäßinnenraum eingeblasen werden konnte. Solche Pfeifen (engl. clay-whistles) konnten mit Wasser befüllt werden und durch Schwenken des Gefäßes wird die Tonlage des Pfeiftons beeinflusst.
(P. Drexler)