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Römische Aschekiste

Herkunftsland: Italien

Fundort: unbekannt

Zeitstellung: Frühe Römische Kaiserzeit, 1. Jh. nach Chr.

Inventarnummer: R 218

Maße: 26 x 24,5 x 17 cm

 

Ungewöhnlich für die eigentlich ur- und frühgeschichtliche Sammlung Erlangens ist eine römische Aschekiste aus dem 1. Jh. n. Chr. Über Prof. Dr. Leo Gerlach gelangte diese nach 1914 in den Bestand der Sammlung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte Erlangen. Durch einen Beizettel mit der Aufschrift „1 Steinsarg mit Deckel, gef. in Italien. Reiling. 6. Aug. 1915“ ist die vermeintliche Fundregion zwar bekannt, der genaue Fundkontext jedoch unklar.

Zwei Dreifüße links und rechts sowie ein Ornament aus Füllhörnern und vegetabilen Elementen am unteren Rand rahmen eine Inschriftentafel auf der Front der Aschekiste: „D·M· P· AELIO·MYRONI· C·PETRONIUS·NARCISSUS· AMICO· B·M· FECIT“, zu übersetzen mit „Den Totengöttern. Dem Publius Aelius Myronius hat Claudius Petronius Narcissus [dies] seinem Freund wohlverdient gemacht.“ Form und Verzierung dieser Kiste – Schilde über gekreuzten Speeren an den Seiten und ein Kranz mit zwei Taenien (Binden) zwischen zwei Palmetten auf der Front des Deckels – sind mit sakralen Elementen und Glückssymbolen typisch für Behältnisse von Aschen Verstorbener aus Rom und Italien der frühen Kaiserzeit.
(S. Artinger und K. Hagemann)