Ergebnisse unserer Feldpraktika maßgeblich beteiligt am Antrag zur Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe
Seit 2015 führen die Feldpraktika des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der FAU die Studierenden der archäologischen Wissenschaften nach Rumänien und teilweise sogar in die Ukraine. Dort untersuchen sie die komplexen und teilweise über 10 Hektar großen Siedlungen der Cucuteni-Kultur. Zumeist geschieht dies mittels geomagnetischer Prospektion und Drohnenkartierung, manchmal aber auch mit Ausgrabungen. Von 2023-2026 waren diese Arbeiten sogar Teil des DFG-Projektes „Siedlungs- und Landschaftsarchäologie im Spätneolithikum und in der Kupferzeit in Ostrumänien“ (DFG-Projektnummer 493521969).
Und nun zeigt sich ein ganz besonderer Lohn dieser Arbeit: Letzte Woche wurden die Siedlungen der Cucuteni-Trypillia-Kultur auf die Vorschlagsliste (Tentative List) zur Erklärung zum UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen! Dabei handelt es sich um ein länderübergreigendes Welterbe, an dem neben Rumänien auch die Republik Moldau und die Ukraine beteiligt sind. Im Jahr 2029 soll dann die Cucuteni-Trypillia-Kultur – als erste archäologische Kultur weltweit – den Status eines Weltkulturerbes zugesprochen bekommen.
Mehr als ein Drittel der Fundplätze durch die FAU und ihre Partner erforscht
Von rumänischer Seite wurden 36 Fundplätze für die Liste gemeldet. Bei alleine 14 dieser Plätze in fünf verschiedenen Landkreisen (Bacău, Botoșani, Iași, Neamț und Suceava) waren es maßgeblich die Arbeiten der UFG-FAU, jeweils in Zusammenarbeit mit unseren lokalen Kooperationspartnern, die es ermöglichten, die Gliederung und Ausdehnung der Siedlungen zu erfassen. Erst so konnte ihr exeptioneller Wert für die Geschichte erkannt und somit eine Aufnahme in die Welterbeliste gerechtfertigt werden.
Praktische Ausbildung – aktuelle Forschung – zukünftige Perspektive
Das Verfahren zur Unterschutzstellung der Siedlungen der Cucuteni-Trypillia-Kultur zeigt auf einzigartige Weise, wie die Ausbildung unserer Studierenden in aktuelle, multinationale Forschung auf modernstem Niveau eingebunden ist. Die Studierenden sind hier ein integraler Bestandteil der Arbeit, die es hoffentlich ermöglicht, die einzigartigen Zeugnisse menschlichen Lebens – und Zusammenlebens – aus der Zeit vor über 6000 Jahren nicht nur zu erforschen, sondern hoffentlich auch für zukünftige Generationen zu erhalten.
Niemand steht alleine – Erfolg nur durch Kooperation
Es versteht sich von alleine, dass Forschungsarbeiten auf diesem Niveau nur möglich sind, wenn eine große Anzahl unterschiedlicher Kooperationspartner gut vernetzt zusammenarbeiten. Die UFG-FAU arbeitet dabei in Rumänien mit folgenden Institutionen zusammen:
Kreis Neamț:
Kreis Botoșani:
Muzeul Județean Botoșani – Muzeul de Istorie
Kreis Iași:
Complexul Muzeal Național „Moldova“ Iași
Institutul de Arheologie Iași – Academia Româniă -Filialia Iași
Kreis Suceava:
Universitatea „Stefan cel Mare“ din Suceava
Kreis Bacău:
